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Sich inspirieren lassen, hinterfragen und weiterdenken
Author(s) -
Esther Bchli,
Thomas Fehr
Publication year - 2019
Publication title -
primary and hospital care allgemeine innere medizin
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2297-7163
pISSN - 2297-7155
DOI - 10.4414/phc-d.2019.10092
Subject(s) - political science
Das Gesundheitswesen ist einem permanenten Wandel und vielen Veränderungen unterworfen. In der medizinischen Forschung werden laufend neue Ideen entwickelt und es wird getestet, wie Behandlungen angepasst, Medikamente wirksamer gemacht und Prozesse und Verfahren effizienter ausgestaltet werden können. Ein Teil dieser neuen Erkenntnisse und Entdeckungen wird dann weiterbearbeitet, optimiert und kann schliesslich als «Innovation» im medizinischen Alltag umgesetzt werden. «Fortschritt ist das Werk der Unzufriedenheit», stellte der französische Philosoph Jean-Paul Sartre fest. Der medizinische Fortschritt basiert seit jeher auf dem inneren Antrieb unserer Berufsgruppe, die bisherige Praxis zu verbessern oder gar zu revolutionieren. Im Zeitalter der Digitalisierung beschleunigt sich das Tempo, und vermehrt wird auch der Begriff «disruptive innovation» gebraucht, der einen Erneuerungsprozess beschreibt, bei dem eine komplette Umstrukturierung beziehungsweise Zerschlagung eines bestehenden Modells resultiert. Innovationen in Form von neuen Erkenntnissen, Produkten, Techniken und Prozessen prägen also unseren Arbeitsalltag als Ärztinnen und Ärzte auf allen Ebenen und fordern uns heraus. Das Thema lässt uns nicht kalt und ruft auch immer wieder Widerspruch und Grundsatzfragen hervor. Welchen konkreten Nutzen haben diese Neuerungen? Wie hoch ist der Preis, und wer legt diesen fest? Was ist die Gesellschaft bereit, für solche Innovation zu bezahlen, und wie findet die Verteilung der limitierten Ressourcen statt? Am SGAIM-Frühjahrskongress sollen die verschiedenen Aspekte rund um das Thema Innovation in der Medizin zur Sprache kommen. Und es soll genügend Raum geschaffen werden, um sich darüber auszutauschen und zu debattieren. Ein zentrales Anliegen des Kongresskomitees ist, den Ideen und Forschungsergebnissen des medizinischen Nachwuchses ein optimales Forum zu geben. Rund 200 wissenschaftliche Beiträge wurden eingereicht, die alle in einer Form präsentiert und besprochen werden sollen. Denn eine kritische Auseinandersetzung, die auf der Erfahrung und Beobachtung von anderen Kolleginnen und Kollegen basiert, ist für die Weiterentwicklung einer Idee zur Innovation genauso wichtig wie das persönliche Engagement und das eigene Forschungsinteresse. Gerade unser Kongress mit über 2 000 Teilnehmenden bietet hier eine einmalige Plattform, qualifizierte Feedbacks zu erhalten. Im Rahmen der «Elevator pitch»-Sessions der besten Abstracts kann sich auch das Publikum an der Evaluation und Diskussion beteiligen. Es werden in Basel zudem Innovationen vorgestellt, die für Aufsehen sorgen. So zum Beispiel die Digitalisierung oder die digitale Selbstvermessung in der Medizin, personalisierte Medizin, Immuntherapie in der Onkologie oder neue medizintechnische Methoden bei der Diabetestherapie und in der Dermatologie. In den Vorträgen sollen aber nicht nur die neuesten Erkenntnisse präsentiert, sondern auch die Auswirkungen in der Praxis aufgezeigt werden.

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