Tarifeingriff – Ziel bleibt die partnerschaftliche Gesamtrevision
Author(s) -
Yvan Rielle,
Rolf Temperli,
Heidi Zinggeler
Publication year - 2017
Publication title -
primary and hospital care allgemeine innere medizin
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2297-7163
pISSN - 2297-7155
DOI - 10.4414/phc-d.2017.01668
Subject(s) - political science
Nun ist er also in seinen Details bekannt, dieser zweite sogenannte Tarifeingriff des Bundes. Er wurde dieser Tage erwartet, war seit langem angekündigt und seit noch längerem angedroht, weil die Tarifpartner sich nicht einigen konnten, weder auf die bei der Ein führung eigentlich vorgesehenen schrittweisen An passungen noch auf eine Gesamtrevision des von Anbeginn an schiefen Tarifwerks Tarmed. Keine Überraschung also. Obschon die Behörden im Nachgang zur Vernehm lassung noch einzelne Korrekturen am Vorschlag vor genommen haben und der Ärzteschaft in manchen Tei len entgegengekommen sind, fallen die Reaktionen auf das «Diktat aus Bern» fast unisono kritisch bis empört aus. Auch keine Überraschung. Die Erhöhung der Produktivität der OPSparten, die Senkung der Kostensätze in gewissen Sparten und die Korrektur (nach unten) der Minutagen zahlreicher Handlungsleistungen treffen einzelne Fachrichtungen auch tatsächlich empfindlich, das steht ausser Frage. Aber liegt der Bundesrat damit auch zwangsläufig falsch? Auch wenn er in vielen Fällen stichhaltige Be gründungen und genaue Zahlen für die Korrekturen vermissen lässt: Grundsätzlich daneben liegt er mit sei nen Korrekturen gewiss nicht. Der Eingriff ist insgesamt nicht sachgerecht, wir sehen das auch so. Er hat zahlreiche Fehler, auch die haben wir an verschiedenen Stellen ausführlich dargelegt [1]. Den Tarif macht er aber an einigen Stellen sach gerechter. mfe hat seit Jahren auf Fehler im Tarif hingewiesen und unter anderem die Überprüfung von Minutagen und Spartenkalkulationen verlangt – die Finanz kontrolle des Bundes übrigens ebenfalls –, und auch die Tarifpartner sind sich schon lange einig, dass der Tarmed nicht mehr stimmt. Wenn jetzt einzelne Fach richtungen, ihnen zugehörige Kolleginnen und Kolle gen und auch Versicherer laut protestieren, ist das aus ihrer Sicht zwar verständlich. Was der Bundesrat jetzt hingegen präsentiert, ist aber doch auch und vor allem das Resultat jahrelanger Blockaden. Und dieser Bun desrat schlägt einige tarifpolitische Pflöcke ein. Aus Sicht der in der Praxis tätigen Haus und Kinderärzte ist einer zentral: Die Vereinheitlichung der quantitati ven Dignitäten. Dignitätsfaktor aller Leistungen wird vereinheitlicht
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