Tischlein deck dich!
Author(s) -
Marc Müller
Publication year - 2016
Publication title -
primary and hospital care allgemeine innere medizin
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2297-7163
pISSN - 2297-7155
DOI - 10.4414/phc-d.2016.01380
Subject(s) - deck , engineering , structural engineering
Ein Schneider lebt mit seinen drei Söhnen zusammen und einer Ziege, die sie mit ihrer Milch ernährt, wozu sie täglich auf die Weide muss und dort die allerbesten Kräuter fressen darf. Als der Älteste sie schön geweidet hat und fragt, ob sie satt sei, antwortet diese: «Ich bin so satt, ich mag kein Blatt: mäh! mäh!» Als aber der Vater zu Hause die Ziege fragt, antwortet sie mit einer Lüge: «Wovon sollt ich satt sein? Ich sprang nur über Gräbelein, und fand kein einzig Blättelein: mäh! mäh!» Der Vater erkennt die Täuschung der Ziege nicht und jagt im Affekt den Ältesten mit der Elle aus dem Haus. Den beiden anderen Söhnen ergeht es die folgenden Tage genauso. Die Söhne gehen bei einem Schreiner, einem Müller und einem Drechsler in die Lehre. Am Ende bekommt der Älteste einen unscheinbaren kleinen Tisch mit; wenn man zu dem sagt «Tischlein, deck dich!», dann ist er sauber gedeckt und mit den herrlichsten Speisen versehen. Der Mittlere bekommt einen Esel; wenn man zu dem sagt «Bricklebrit!», dann fallen vorne und hinten Goldstücke heraus. Alle drei Söhne verzeihen dem Vater schliesslich während ihrer Wanderjahre und sehen die Möglichkeit, dass auch ihr Vater seinen Groll vergisst, sobald sie ihn mit ihrem eigenen Wunderding gewonnen haben. Die beiden älteren Söhne werden aber vor ihrer Heimkunft in ihrer Freigiebigkeit nacheinander vom selben Wirt betrogen, als der dem einen ein falsches Tischchen und dem anderen einen anderen Esel unterschiebt. Der Jüngste bekommt von seinem Meister einen Knüppel im Sack, der jeden Gegner verdrischt, wenn man sagt «Knüppel, aus dem Sack!» und erst aufhört, wenn man sagt «Knüppel, in den Sack!». Damit nimmt er dem Wirt das Tischchen und den Esel wieder ab, als der ihm den Sack – verwendet als Kopfkissen – stehlen will, dessen Wert er ihm vorher gepriesen hatte. [1] Die diesjährige Swiss Family Docs Conference in Montreux ist Vergangenheit. Der Tisch war unter dem Motto «Zusammen» reich gedeckt. Das Kongress-Organisationskomitee, unter der wie immer brillanten Anleitung durch Heidi Fuchs und ihre medworld, hat ein anspruchsvolles und vielseitiges Programm zusammengestellt. Neben Keynote-Lectures und Workshops aus allen Gebieten der Hausarztmedizin haben wir versucht, die Basis für eine verbesserte und vertiefte Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der medizinischen Grundversorgung zu schaffen. Das Thema der Interprofessionalität, eines der strategischen Hauptthemen unseres Berufsverbandes, beschäftigt uns seit Jahren, wir versuchen auch von Erfahrungen aus dem Ausland zu lernen. Der Vortrag von Prof. Ivy Oandasan, Hausärztin und Director of Education am College of Family Physicians of Canada, hat uns kompetent den Weg gezeigt, in Zukunft «gemeinsam im Sandkasten der medizinischen Grundversorgung zu spielen». Das herrliche Wetter und die wunderschöne Umgebung des Kongresszentrums in Montreux lockten zum Verweilen und zur Pflege der freundschaftlichen Kontakte untereinander.
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