Elizabethkingia meningoseptica auf der IPS: ungewöhnlicher Keim mit Potenzial
Author(s) -
M Zumbrunn,
Stefan Sutter,
R Frei,
H Pargger,
D Goldenberger
Publication year - 2011
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2011.07613
Subject(s) - physics
Ein 75-jähriger Patient erlitt einen Nicht-ST-Hebungsinfarkt (N-STEMI). In der Koronarangiographie zeigte sich eine Dreigefässerkrankung mit einer schwer eingeschränkten linksventrikulären Funktion. Es erfolgte eine Bypass-Operation. Wegen zunehmender Sekretmenge beim intubierten Patienten wurde am 3. postoperativen Tag Trachealsekret abgenommen. Überraschend wurde massenhaft der Keim Elizabethkingia meningoseptica nachgewiesen. In der Resistenz prüfung erwies sich der Keim nur auf Ciprofloxacin mit einer minimalen Hemmkonzentration (MHK) von 0,5 mg/l und Minocyclin (MHK 0,25 mg/l) als sensibel. Gegen alle übrigen Antibiotikaklassen (alle Betalaktame, inkl. Carbapeneme, Aminoglykoside, Colistin, Fosfomycin, Vancomycin, Daptomycin, sowie Tigecyclin, Cotrimoxazol, Rifampicin und Linezolid) war er resistent. Aufgrund der Multiresistenz wurde von der Spitalhygiene eine Kontaktisolation ausgelöst. Bei weiterer klinischer Verschlechterung und neuem Infiltrat behandelten wir eine ventilatorassoziierte Pneumo nie empirisch mit Amoxicillin/Clavulansäure und zusätzlich mit Ciprofloxacin (hochdosiert 3x 400 mg), um die vorher nachgewiesene E. meningoseptica mitzubehandeln. Im Verlauf wurde von Amoxicillin/Clavulansäure auf Piperacillin/Tazobactam umgestellt, damit die zu sätzlich in den nachfolgend abgenommenen Proben (Trachealsekret und bronchoalveoläre Lavage) nachgewie senen gramnegativen Keime (Escherichia coli, Proteus vul garis und Enterobacter cloacae) resistenzgerecht be handelt waren. Im weiteren Verlauf war Elizabethkingia meningoseptica im Trachealsekret nicht mehr nachweis bar. Auch die vor Beginn der Antibiotikatherapie entnom menen Blutkulturen, Urinkulturen und Hautabstriche blieben ohne Wachstum. In den Proben aus einem Pleura empyem, welches am Tag 8 nach Beginn der Pneumonietherapie diagnostiziert wurde, fanden sich keine Bakte rien. Trotz aller Massnahmen kam es zu einem prog redienten Nierenund schliesslich Multiorganversagen. Der Patient verstarb am 21. postoperativen Tag.
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