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Akuter Okklusionshydrozephalus nach Chemotherapie
Author(s) -
M Mannhart,
T Mayer,
Andreas M. Kaufmann
Publication year - 2011
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2011.07545
Subject(s) - gynecology , medicine
Eine 40-jährige Patientin wurde zur Durchführung einer Systemtherapie bei Mammakarzinom zugewiesen und erhielt im Rahmen des adjuvanten Behandlungskonzeptes postoperativ eine Chemotherapie mit vier Zyklen Epirubicin 90 mg/m2 in Kombination mit Cyclophosphamid 600 mg/m2 Körperoberfläche alle drei Wochen. An supportiven Medikamenten wurde Aprepitant, Tropisetron und Dexamethason gegeben. Die letzten beiden Zyklen wurden jedoch auf Wunsch der Patientin ohne Dexamethason gegeben, da sie nach der Chemotherapie für 1 bis 2 Tage ein transientes Schwellungsgefühl im Hals und im Gesicht verspürte und Angst vor einer Gewichtszunahme hatte. Die persönliche Anamnese war bland bis auf eine Rippenteilresektion wegen eines benignen Tumors vor Jahren, eine bekannte Rhinitis allergica, einen Nikotinabusus über sieben Jahre (3,5 pack years mit Stopp zwei Monate zuvor) sowie eine notfallmässige ambulante Beurteilung sechs Monate vorher wegen Kopfschmerzen. Die klinische Untersuchung vor der Chemotherapie war unauffällig bis auf die altersentsprechenden Narben. Die Laboruntersuchungen zeigten eine normale Knochenmarks-, Nierenund Leberfunktion. Die bildgebenden Abklärungen ergaben keine Hinweise auf Lungen-, Knochen-, Leberoder Lymphknotenmetastasen. In der Familienanamnese waren grosselternseits zwei Prostatakarzinome und ein Ösophaguskarzinom bekannt. Die Chemotherapie konnte in geplanter Dosierung zeitgerecht durchgeführt werden und wurde insgesamt gut vertragen. Die Patientin arbeitete vollzeitlich in einem Energieunternehmen mit kurzer, jeweils maximal 1–2 Tage dauernder Arbeitsunfähigkeit nach Chemotherapie, bedingt durch Übelkeit und Müdigkeit. Nach den Chemotherapiezyklen traten mit Ausnahme des letzten leichte Kopfschmerzen auf, die mit maximal 2 g Paracetamol jeweils verschwanden und als Nebenwirkung von Tropisetron bekannt sind. Neurologische Symptome sind nicht aufgetreten. Nach dem vierten Chemotherapiezyklus war die Patientin am anderen Morgen schlecht weckbar. Ihre Mutter erzählte dies mit einer Verzögerung von ca. sechs Stunden dem Hausarzt. Der notfallmässig durchgeführte Hausbesuch zeigte eine tief bewusstlose Patientin mit Schockindex >1, Maschinenatmung und lichtstarren Pupillen (GCS 3). Die Patientin wurde durch den Notarzt zu Hause intubiert und sofort zur neuroradiologischen Abklärung ins Spital überwiesen. Dort wurde im Computertomogramm des Schädels eine 1,5 cm grosse homogene Läsion im 3. Ventrikel mit einer Blockade der Foramina interventricularia im Sinne eines akuten Okklusionshydrozephalus mit zusätzlicher transtentorieller Herniation (Abb. 1x) gefunden. Trotz sofortiger medikamentöser und neurochirurgischer Intervention (Liquordruckentlastung bei gemessenem intrakraniellem Druck von 80 bis 90 mm Hg) erholte sich die Patientin nicht mehr und verstarb wenige Stunden später. Einer Obduktion haben die Angehörigen nicht zugestimmt.

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