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Perforation des Gastrointestinaltrakts konventionelles Röntgen oder CT?
Author(s) -
D Spitzenberger,
O Zagraglioglu,
S Bölter
Publication year - 2011
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2011.07515
Subject(s) - nuclear medicine , medicine
Eine 90-jährige Patientin stellte sich aufgrund starker, plötzlich aufgetretener Oberbauchschmerzen am Notfall unseres Spitals vor. Die Schmerzen hatten krampfartigen Charakter und waren mit punctum maximum im Epigastrium lokalisiert. Zudem litt die Patientin unter Refluxbeschwerden. Die Vitalparameter waren bei Eintritt wie folgt: BD 169/70 mm Hg, Puls 109/min, SpO2 98%, T 36,6°. Im Labor zeigten sich eine leichte hyporegenerative, normochrome und normozytäre Anämie bei einem Hb von 11,5 g/dl sowie erhöhte Entzündungsparameter (CRP 53 mg/l, Leukozyten 10300/μl). Bei der klinischen Untersuchung fielen eine epigastrische Druckdolenz sowie spärliche Darmgeräusche in allen vier Quadranten auf. Noch im Verlauf der Untersuchung kam es auf dem Notfall einmalig zu Erbrechen von kaffeesatzartigem Material. Die Patientin gab an, aufgrund einer schmerzhaften Coxarthrose der linken Hüfte regelmässig NSAR eingenommen zu haben (Xefo® 8 mg 1-0-1). In Zusammenschau mit der Anamnese, der Klinik und dem hohen NSAR-Konsum bestand der hochgradige Verdacht auf ein Magenulkus respektive eine mögliche Perforation im oberen Gastrointestinaltrakt. Eine konventionelle Bildgebung mit Frage nach freier Luft wurde angemeldet und die Patientin in liegender Position zum Röntgen gebracht. Die ersten Bilder zeigen ein Röntgen des Thorax p.a. und seitlich stehend, welche unmittelbar nach dem Aufstehen von der Liege gemacht wurden (Abb. 1 x). Etwa 20 Minuten später erfolgte noch eine Abdomenaufnahme stehend (Abb. 2 x). Interessanterweise konnte hier rechts subdiaphragmal freie Luft nachgewiesen werden, welche im Thoraxbild zuvor nicht zu sehen war. Diese freie Luft war pathognomonisch für eine abdominelle Hohlorganperforation. Es erfolgte daher umgehend eine Laparoskopie mit dem Befund einer präpylorischen ventralen Magenperforation, welche übernäht wurde. Eine Therapie mit hochdosiertem Protonenpumpenhemmer sowie eine antibiotische Therapie mit Augmentin® wurden eingeleitet. Der postoperative Verlauf gestaltete sich weitgehend komplikationslos, und die Patientin konnte nach erfolgtem Kostaufbau nach Hause entlassen werden.

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