Zahnschmerzen, Hemisyndrom, epileptische Krampfanfälle, metabolische Azidose und Koma the missing link
Author(s) -
F Auf der Maur,
C Reichert,
C Jenni
Publication year - 2011
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2011.07442
Subject(s) - medicine , gynecology
Eine 52-jährige peradipöse Patientin stellte sich mit starken Zahnschmerzen dem Zahnarzt vor. Auf dem Heimweg klagte sie über Unwohlsein, zeigte ein Hemisyndrom links und erlitt kurz darauf einen epileptischen Krampfanfall. Im Beisein des Ambulanzteams ereigneten sich zwei weitere generalisierte Krampfanfälle. Die Patientin wurde bei einem GCS von 7 schutzintubiert und mit Verdacht auf ein zerebrales Ereignis auf unsere Notfallstation eingeliefert. Der Eintrittstatus zeigte isokore, mittelweite und prompt reagierende Pupillen, der weitere neurologische Zustand war aufgrund der Sedation nicht zu beurteilen. Insbesondere konnten keine sichere Hemisymptomatik oder Pyramidenbahnzeichen festgestellt werden. Die notfallmässig durchgeführte Computertomographie des Kopfs inklusive Kontrastmitteldarstellung der intraund extrakraniellen Gefässe war unauffällig. Damit ergab sich keine Indikation für einer Thrombolyse. Die Patientin wurde zur weiteren Überwachung auf die Intensivstation verlegt. Im Eintrittslabor zeigte sich eine ausgeprägte metabolische Azidose mit einem pH von 7,15, einem Base-Excess von –13 mmol/l und einem Standard-Bikarbonat von 14 mmol/l. Das Laktat betrug 4,4 mmol/l und das Kreatinin 132 μmol/l. Die Anionenlücke war mit 12 mmol/l an der oberen Norm. Das Tox-Screening im Urin war unauffällig. Die Patientin erlangte zweieinhalb Stunden nach Schutzintubation das Bewusstsein, war neurologisch unauffällig und konnte extubiert werden. Die Anamnese mit den Angehörigen und der nun wachen Frau ergab, dass unsere Patientin wegen ihren Zahnschmerzen am Eintrittstag im Abstand von je einer Stunde insgesamt 9 Tabletten Spiralgin® à 500 mg Mefenaminsäure eingenommen und vom Zahnarzt noch einmal Mefenacid® 500 mg bekommen hatte. Die kumulative Dosis innerhalb von ungefähr 12 Stunden betrug somit 5 g Mefenaminsäure.
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