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Zentral oder peripher? Schluckstörung nach Thrombendarteriektomie der Arteria carotis interna
Author(s) -
D Czell,
P Stalder,
B Rodic
Publication year - 2010
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2010.07298
Subject(s) - medicine
Wir berichten über eine 83-jährige Patientin, die zur Abklärung eines ungerichteten Schwindels in der Medizinischen Klinik stationär aufgenommen wurde und in der ersten Nacht eine passagere zentrale Parese des rechten Armes zeigte. In der Abklärung zeigte sich eine unauffällige Kernspintomographie des Gehirns, und in der extrakraniellen Farbduplexsonographie fand sich eine 70%ige Stenose der linken Arteria carotis interna, so dass das Ereignis als transitorisch ischämische Attacke in Folge der arterio-arteriellen Embolisation erklärt werden konnte. Zwei Tage später wurde in Vollnarkose eine Thrombendarteriektomie (TEA) der Arteria carotis interna links mit Patchplastik (Dacron 8 mm) durchgeführt. Der Hautschnitt erfolgte am anterioren Rand des Musculus sternocleidomastoideus; die Bifurkation wurde gemäss Operationsbericht als eher tief beschrieben. Zu Läsionen von grösseren Gefässen oder Nerven, die teilweise dargestellt werden konnten, sei es nicht gekommen. Gemäss Operationsbericht konnte auch der Nervus hypoglossus identifiziert werden. Unmittelbar postoperativ klagte die Patientin über neu aufgetretene Schluckund Sprechstörungen und wurde daher zur erneuten klinisch-neurologischen Beurteilung zugewiesen. In der Untersuchung fielen ein Abweichen der Zunge bei Protrusion nach links und eine abgeschwächte laterale Zungenbewegung nach rechts bei ansonsten unauffälligem Status auf (Abb. 1 x). Das Ausfallmuster war vereinbar mit einer isolierten linksseitigen Hypoglossusparese. Die ipsilaterale Lokalisation zur Seite, an der die TEA durchgeführt wurde, sowie der Nachweis eines postoperativen Hämatoms im Bereich der Operationsnarbe erlaubten die Diagnose einer peripheren, höchstwahrscheinlich druckoder dehnungsbedingten Hypoglossusparese als seltener in der Literatur beschriebener postoperativer Komplikation. In der neurologischen und farbduplexsonographischen Kontrolle sechs Wochen später fand sich eine deutliche Rückbildung der Parese bei subjektiv fehlenden Schluckbeschwerden.

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