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«Dicke Backen»: nicht immer die Parotis!
Author(s) -
R Domeisen,
S Burkart,
B Gerber,
M Krause
Publication year - 2010
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2010.07250
Subject(s) - die (integrated circuit) , computer science , operating system
Ein 78-jähriger Patient wurde wegen beidseitiger Schmerzen im Bereich des Unterkiefers zur stationären Abklärung zugewiesen. Eine medikamentöse Therapie mit Carbamazepin hatte zuvor keine Besserung erbracht. Sieben und vier Monate vorher waren Zahnwurzelextraktionen (Zähne 32 und 33) am linken und Zahnextraktionen (Zähne 43 und 44) am rechten Unterkiefer in Leitungsanästhesie durchgeführt worden. Im Rahmen einer nachfolgenden Wundheilungsstörung waren weitere kleinere Eingriffe im Sinne von Curettagen erfolgt. Nebst einer arteriellen Hypertonie und einer koronaren Herzkrankheit war ein Diabetes mellitus Typ 2 bekannt. Der Patient war Nichtraucher. Klinisch präsentierte sich eine linksbetonte Schwellung im Bereich beider Kieferwinkel (Abb. 1 x), es imponierte eine lokale Druckdolenz bei Trismus. Die genaue enorale Inspektion ergab einen unauffälligen Befund. Laborchemisch fand sich eine normochrome Anämie (Hb 93 g/l), eine Blutsenkung von 125 mm/h sowie eine leichte Leukound Thrombozytose. Das C-reaktive Protein war mit 168 mg/l deutlich erhöht. Im MRI stellte sich ein Ödem im Bereich beider Masseter-Ansätze um den Kieferwinkel herum dar, eine Knochenbeteiligung fehlte. Mittels Feinnadelpunktion der rechtsseitigen Schwellung gelang es, etwas Flüssigkeit zur Kultur zu asservieren, welche kein Wachstum zeigte. Nach probatorischer 7-tägiger Kortikosteroidgabe (50 mg Prednison per os pro Tag) zeigte sich nach initialer Besserung des klinischen Befundes und der Entzündungswerte eine erneute Schmerzprogredienz mit deutlicher Zunahme der Schwellungen. Im CT liessen sich jetzt im Bereiche der Ansatzstellen der Masseterenmuskeln am Unterkiefer beidseits Abszedierungen erkennen (Abb. 2 x). Die erneute sonographisch gesteuerte Punktion beider Raumforderungen lieferte nun fötiden Eiter zutage, in dem sich Fusobacterium nucleatum und Propionibacterium acnes kultivieren liessen. Die Steroidtherapie wurde sistiert, eine antibiotische Therapie mit Amoxicillin/Clavulansäure eingeleitet und eine Abszessinzision im Vestibulum oris mit submasseterischer Drainageeinlage beidseits durchgeführt. Nach Ablauf einer weiteren Woche konnte der Patient in gebessertem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden.

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