Die Borderline-Persönlichkeitsstörung
Author(s) -
C Schenk,
A Christen,
HU Seizer
Publication year - 2010
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2010.07217
Subject(s) - psychology
Eine 19-jährige Frau wird mit 3°bis 4°-Verbrennungen im Bereich des linken Handrückens von den Kollegen einer psychiatrischen Klinik vorgestellt (Abb. 1x). Anamnestisch wird berichtet, dass sich die Patientin diese Verletzung durch ein Feuerzeug im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) selbst zugefügt hat. Die Patientin befindet sich bereits zum etwa 20. Mal seit ihrem 12. Lebensjahr in stationärer psychiatrischer Behandlung. Neben einem diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) begann sie im Alter von 14 Jahren in einer akuten Belastungssituation mit Selbstverletzungen. Die körperliche Untersuchung zeigt diverse grossflächige Narben an beiden Armen und Händen (Abb. 2x). Gemäss Angaben der Patientin rühren diese Narben von früheren Selbstverbrennungen sowie der anschliessenden Spalthautentnahme zur Defektdeckung. Nach repetitiven Debridements und Vakuumverbandanlagen konnte beim letzten Eingriff der Defekt mit Spalthaut gedeckt werden. Eine Woche später wird die Patientin abermals vorstellig. Sie hatte sich nun eine 3°-Verbrennung des rechten Handrückens zugefügt. Psychiatrisch erfolgte medikamentös die Behandlung mit Olanzapin (Zyprexa®) 10 mg, Aripiprazol (Abilify®) 30 mg/d und Levomepromazin (Nozinan®) 25 mg/d; dazu kam eine psychotherapeutische Behandlung nach dialektisch-behavioralen Prinzipien.
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