Gastrointestinale Blutung bei thorakoabdominalem Endograft
Author(s) -
L Erni,
M Meier,
G Mang
Publication year - 2010
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2010.07090
Subject(s) - medicine
Ein 63-jähriger Patient verlor im Restaurant bei abendlichem Speis und Trank kurzzeitig das Bewusstsein und wurde via Ambulanz ins Spital eingewiesen. Auf der Notfallstation klagte der Patient über Nausea und epigastrische Schmerzen, erbrach koaguliertes Frischblut und setzte Frischblut ab ano ab. Die klinische Untersuchung des bewusstseinsklaren und kreislaufstabilen Patienten war bis auf eine epigastrische Druckdolenz des sonst weichen Abdomens unergiebig. In der Vorgeschichte bestand eine ausgedehnte generaliserte Arteriosklerose bei metabolischem Syndrom. Vor einem Jahr wurden sowohl ein thorakales als auch infrarenales abdominales Aortenaneurysma mittels interventioneller StentgraftImplantation endoprothetisch versorgt. Mit der Diagnose einer anämisierenden oberen gastrointestinalen Blutung wurde der Patient zur Bluttransfusion und Kreislaufüberwachung auf die medizinische Intensivstation aufgenommen. In der primären Ösophago-Gastro-Duodenoskopie konnte keine Blutungsquelle gefunden werden. Am Folgetag kam es erneut – und nun kreislaufwirksam – zu massiver Hämatemesis und Hämatochezie. Nach Intubation und Kreislaufstabilisierung konnte bei der Re-Gastroskopie endoskopisch (Abb. 1 x) sowie auch radiologisch mittels Computertomographie (Abb. 2 x) der klinische Verdacht auf eine aortoduodenale Fistel zwischen infrarenaler Aorta und Pars II duodeni bestätigt werden. Der Patient wurde notfallmässig zur gefässchirurgischen Versorgung verlegt. Intraoperativ zeigte sich ein grosses Endoleak der infrarenalen aorto-biiliakalen Endoprothese, welches im Bereich der Pars II duodeni zu einer Ruptur des Aortenaneurysmas in das Darmlumen führte. Die aortoduodenale Fistel konnte durch Rekonstruktion der infrarenalen Endoprothese unter Erhalt des Dünndarmlumens chirurgisch saniert werden. Getrübt wurde der Ausgang durch einen invalidisierenden hypovolämiebedingten ischämischen zerebrovaskulären Insult im Stromgebiet der rechten Aa. cerebri media et anterior sowie der zur Dialysepflichtigkeit aggravierten vorbestehenden chronischen multifaktoriellen Niereninsuffizienz.
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