Zeckenkrankheiten in der Schweiz Borreliose und FSME, aber nicht nur!
Author(s) -
M Sonderegger
Publication year - 2009
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2009.06771
Subject(s) - medicine , political science
hend entfernt. Am Tag 3 fühlte sich Lupino unwohl, abgeschlagen, hatte Kopfschmerzen und musste erbrechen. Am folgenden Tag ging es nicht besser, er hatte zusätzlich etwas Fieber und blieb zu Hause. Sein Vater, ein vorwiegend redaktionell tätiger Internist, dachte an die Möglichkeit eines Zusammenhangs mit dem Zeckenstich und fand eine gerötete Stichstelle mit geschwollenen axillären Lymphknoten. Das waren keine Zeichen einer der bekannten Zeckenkrankheiten. Doch vielleicht lag eine banale Infektion durch den Stich als Eintrittspforte vor, und vielleicht hatte sich etwas Eiter angesammelt, weshalb er beherzt und nach vorheriger Hautanästhesie (Emla®-Crème) die Stichstelle inzidierte (kein Eiter). In der Folge ging es dem Knaben besser, er besuchte wieder die Schule, und man dachte nicht mehr an die Sache. Erst zwei Wochen später (Tag 16) fiel den Eltern eines Abends auf, dass Lupino seinen rechten Arm ständig abduziert hielt. Man erinnerte sich jetzt, dass das eigentlich schon seit Tagen so war, dass zudem der Knabe dauernd etwas müde wirkte und weniger gegessen hatte. Bei der Untersuchung war er febril mit 38,5 °C, hatte ein kleines gerötetes Ulkus an der Zeckenstichstelle und ein grosses, auf Druck schmerzhaftes Lymphknotenpaket in der Axilla (Abbildung 1 x). Andere Lymphknoten warennichtvergrössert,dieHautwaransonstenunauffällig, und das Körpergewicht war mit 27,5 kg um 0,7 kg geringer als bei einer Messung vor einem Monat. Nun waren die Eltern beunruhigt, und der Vater überlegte. Welche Infektion konnte sich so lange nach einem Zeckenstich mit diesen Symptomen äussern? Er machte sich mitten in der Nacht auf die Internetsuche. Lange passte keine der gängigen Diagnosen. Doch plötzlich stiess er auf eine Krankheit, die er kaum kannte und deren Erreger entlegene Erinnerungen an den Mikrobiologieunterricht des Medizinstudiums weckten. Jetzt passte alles: Es wurden genau diese Symptome beschrieben, die Krankheit kann durch Zecken übertragen werden und kommt auch in der Schweiz vor. Zudem stiess er auf eine spannende Fallbeschreibung im Swiss Medical Forum aus dem Jahr 2004 [1]. Am Morgen darauf (Tag 17) veranlasste der Vater eine Serologie, deren Resultat, fünf Tage später eingetroffen, seinen Verdacht stützte. Umgehend wurde mit der Behandlung begonnen. Gemäss Empfehlungen der Literatur [2] wurde Ciprofloxacin 2x 250 mg für insgesamt 14 Tage gegeben. Die Behandlung wurde von Lupino brav und tapfer durchgestanden, war ohne unerwünschte Effekte Die Geschichte
Accelerating Research
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom
Address
John Eccles HouseRobert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom