Herzliche Grüsse von der Gallenblase
Author(s) -
R Kühne,
R Benz,
M Stäubli
Publication year - 2008
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2008.06431
Subject(s) - mathematics
Eine 72jährige bisher gesunde Frau wurde uns aufgrund von starken, mehrere Tage dauernden Rückenschmerzen und mehrmaligem Erbrechen zugewiesen. Bei Eintritt präsentierte sich eine leicht adipöse (BMI 30,8 kg/m2) Patientin in deutlich reduziertem Allgemeinzustand, afebril, kardiopulmonal stabil und kompensiert. Klinisch imponierte eine deutliche Druckdolenz im rechten Oberbauch, laborchemisch fand sich eine deutliche Erhöhung der Entzündungsparameter mit einer Leukozytose von 15500/ml; das CRP betrug 372,7 mg/L. Sonographisch konnte die Verdachtsdiagnose einer akuten Cholezystitis bei Cholezystolithiasis bestätigt werden. Das EKG bei Eintritt zeigte einen normokarden Sinusrhythmus mit T-Negativitäten lateral sowie über der Vorderwand (Abb. 1x). Ein sechs Wochen zuvor bei der Hausärztin angefertigtes EKG war normal. Aufgrund dieses Befundes führten wir bei der kardiopulmonal stets asymptomatischen Patientin eine Troponin-I-Bestimmung durch, wobei sich ein leicht erhöhter Wert von 0,2 mg/L (Norm <0,1) ergab. Im Verlauf kam es zu keinem weiteren Anstieg des Markers. Sechs Tage nach Eintritt zeigte sich eine Normalisierung des Wertes. Echokardiographisch fand sich eine normale linksventrikuläre systolische Funktion ohne regionale Wandbewegungsstörungen, kein Perikarderguss. Wir führten nach Abnahme von Blutkulturen eine antibiotische Therapie mit Piperacillin/Tazobactam, niedermolekularem Heparin und Aspirin durch. Nach Stabilisierung der Infektsituation liessen wir vier Tage nach Eintritt eine Koronarangiographie durchführen, welche normal ausfiel. Weitere Abklärungen zum Ausschluss einer Mikroangiopathie lehnte die Patientin ab. Als kardiovaskulärer Risikofaktor bestand eine Hypercholesterinämie. Eine elektive Cholezystektomie konnte komplikationslos gut vier Wochen später durchgeführt werden. Die Repolarisationsstörungen zeigten eine langsame Regredienz innerhalb der folgenden Wochen. Das EKG etwas mehr als zwei Monate nach Erstvorstellung ergab eine fast vollständige Normalisierung der Repolarisationsstörungen (Abb. 2x).
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