Idiopathischer Chylothorax beim Staubsaugen
Author(s) -
M Fehr,
T Lehmann,
M Kuhn
Publication year - 2007
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2007.06251
Subject(s) - chylothorax , medicine , surgery
Bei einer bis dahin gesunden 64jährigen Frau waren während des Staubsaugens plötzlich starke atemabhängige supraklavikuläre Schmerzen auf der linken Seite und Atemnot aufgetreten. Beim Blick in den Spiegel hatte sie eine neu aufgetretene Schwellung in der linken Supraklavikulargrube bemerkt. In der persönlichen Anamnese waren eine Knietotalendoprothese bei Gonarthrose, ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie ein Nikotinabusus von rund 25 pack years bekannt. In der Notaufnahme präsentierte sich die Frau afebril, allseits orientiert und in leicht reduziertem Allgemeinzustand mit einer überwärmten, erythematösen, druckdolenten, nicht verschiebbaren Schwellung, die sich vom linken hinteren Halsdreieck über die linke Supraklavikulargrube bis zur fünften Rippe ventralseitig ausdehnte. Es bestand weder eine Schwellung des linken Armes noch eine Stauung der Halsvenen. Die Frau berichtete von einer Anstrengungsdyspnoe und von atemabhängigen Thoraxschmerzen, das Vorliegen eines Traumas verneinte sie. Die Patientin war afebril mit normofrequenter Herzaktion bei einem Blutdruck von 140/80 mm Hg und einer Sauerstoffsättigung von 94%. Das CRP war mit 6,4 mg/L bei der Aufnahme nur leicht erhöht und stieg auch im weiteren Verlauf nicht signifikant an. Die Leukozyten waren ebenso wie die Körpertemperatur im gesamten Verlauf normal. In der initialen Computertomographie setzte sich die Weichteilschwellung von links zervikal unter Einschluss des Retropharyngealraumes bis ins untere Mediastinum fort (Abb. 1 x). Zusätzlich fanden sich beidseitige Pleuraergüsse. Die benachbarten Gefässe der mediastinalen Schwellung waren durchgängig. Bei der diagnostischen Pleurapunktion konnte milchigtrübe Flüssigkeit aspiriert werden, die bei einem basischen pH von 7,85 reichlich Triglyceride (8,64 mmol/L) und Cholesterin (3,02 mmol/L) enthielt. Bei einer Proteinkonzentration von 30,5 G/L lag die Dichte bei 1025 G/L. Es war ein gemischt entzündliches Zellbild mit vorwiegend Lymphozyten ohne maligne Zellen nachweisbar. In den Kulturen gelang keine Keimanzucht. Während der ersten Woche des stationären Aufenthaltes bestand eine respiratorische Partialinsuffizienz. Die Patientin war schon bei geringsten Anstrengungen dyspnoisch. Wir beobachteten dabei reduzierte pulsoxymetrische Sauerstoffsättigungswerte zwischen 86 und 94% und in der Blutgasanalyse einen ebenfalls reduzierten Sauerstoffpartialdruck von 57 mm Hg mit erhöhtem alveoloarteriellem Gradienten. Wir führten eine supportiv-symptomatische Sauerstofftherapie, eine Analgesie, eine Thromboseprophylaxe und eine Physiotherapie durch. Nachdem sich innerhalb der ersten vier Tage die linksseitige zervikothorakale erythematöse Schwellung deutlich zurückgebildet hatte, verbesserte sich im Verlauf der zweiten Woche ebenfalls die Leistungsfähigkeit parallel zur Rückbildung der Pleuraergüsse und den verbesserten Lungenfunktionsund Sauerstoffsättigungswerten. Im Rahmen der weiteren Abklärungen mittels Gastroduodenoskopie und einer VerlaufskonD E R B E S O N D E R E FA L L Forum Med Suisse 2007;7:630–632 630
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