Omalizumab: Anti-IgE-Behandlung für schwerem allergischem Asthma
Author(s) -
Die Redaktion
Publication year - 2006
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2006.06051
Subject(s) - omalizumab , medicine , asthma , immunoglobulin e , immunology , antibody
Nachdem Omalizumab in den USA und weiteren Ländern bereits im Jahr 2003 auf den Markt gekommen war, hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMEA im Oktober 2005 den humanisierten monoklonalen Anti-IgE-Antikörper zur Therapie des schweren allergischen Asthma bronchiale zugelassen. Damit ist das biotechnologische Medikament Omalizumab (Xolair®) aktuell auch in verschiedenen EU-Staaten verfügbar. Für die Schweiz wird mit einer Markteinführung im Herbst dieses Jahres gerechnet, allerdings mit einem deutlich eingeengten Indikationsbereich gegenüber dem ersten Zulassungsantrag. Seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass Immunglobulin E (IgE) eine zentrale Rolle bei der Auslösung der allergischen Reaktion auf inhalierte Allergene bei Asthma und Rhinitis spielt [1, 2]. Die derzeitige Evidenz belegt, dass der überwiegende Anteil der Asthmaerkrankungen allergisch bedingt ist [3, 4]. Auch beim intrinsischen Asthma bestehen Hinweise auf eine mögliche Rolle für IgE in der Bronchialschleimhaut, ohne dass die zugehörigen Allergene bisher klinisch eruierbar sind [5–7]. Die zentrale Rolle des IgE bei allergischen Erkrankungen weckte schon früh das Interesse an der Entwicklung einer Anti-IgE-Therapie. Entsprechend den GINA-Richtlinien (Global Initiative for Asthma) [8] sollte die Behandlung des Asthmas stufengerecht erfolgen, mit dem Ziel der Kontrolle des Leidens. Die GOAL-Studie (Gaining Optimal Asthma Control) konnte aufzeigen, dass viele Patienten in einem aufbauenden Therapieschema trotz einer hochdosierten Behandlung mit einer Kombination aus Salmeterol/Fluticason keine ausreichende Kontrolle ihres Asthmas erreichen konnten. In der Gruppe der Patienten mit schwerem Asthma blieben 38% unter der Kombinationstherapie und 53% unter der alleinigen Behandlung mit Fluticason nicht vollständig kontrolliert [9]. Eine andere, kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass eine Hospitalisation aufgrund einer schweren Asthmaexazerbation in der Vorgeschichte mit einem um das Sechsfache erhöhten Todesrisiko innerhalb von drei Jahren nach der Spitalentlassung verbunden ist [10]. Zum Glück sind derartige Exazerbationen bei uns in den letzten Jahren seltene Ereignisse geworden. Für die Betroffenen aber ist mit den derzeit verfügbaren Therapien oft eine komplette Kontrolle des schweren Asthmas nicht möglich [8], weshalb die neue Anti-IgE-Therapie mit Spannung erwartet wird. Omalizumab ist momentan der einzige Anti-IgE-Antikörper für die Behandlung des allergischen Asthmas. Er ist auch in einigen Studien bei allergischer Rhinitis untersucht worden [11].
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