Eine seltene Ursache von chronischen Heiserkeit
Author(s) -
P Ludwig,
L Schibli,
F Fleisch,
M Kuhn
Publication year - 2006
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2006.05919
Subject(s) - political science
Die bisher gesunde 31jährige Patientin litt seit einem Jahr unter progredienter Heiserkeit, Halsund Schluckschmerzen. Im letzten Halbjahr hatte sie bei gleich bleibendem Essverhalten 4 kg verloren. Die Freizeitsportlerin bemerkte eine geringe Abnahme der Leistungsfähigkeit. Nachtschweiss und Fieber bestanden nicht. Laryngoskopisch zeigten sich damals entzündlich veränderte Stimmbänder mit Knötchenbildung. Therapien mit Erythromycin, Penicillin und Steroiden bei Verdachtsdiagnose einer Laryngitis chronica brachten keinen dauerhaften Erfolg. Ein Jahr nach dem Beginn der Heiserkeit führte ein produktiver Husten zu einer erneuten Abklärung. Im nun erstmalig angefertigten ThoraxRöntgenbild konnten auf beiden Seiten apikale Kavernen und Infiltrate nachgewiesen werden (Abb. 1 x). Die Patientin wurde hospitalisiert und sogleich isoliert. Im Status fiel lediglich ein leises Giemen über allen Lungenfeldern auf. Das Labor war bis auf eine BSG von 60 mm/h und ein CRP von 30 mg/L unauffällig. Bronchoskopisch zeigte sich das Bild einer Laryngitis und einer eitrigen Ableitungsbronchitis aus dem linken Oberlappen. Im Sputum konnten säurefeste Stäbchen nachgewiesen und so die Verdachtsdiagnose einer offenen Tuberkulose bestätigt werden. Wir begannen eine tuberkulostatische Kombinationstherapie mit Rifater® (Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid) und Myambutol und konnten die Patientin nach gut zehn Tagen nach Hause entlassen. Kurz nach Spitalaustritt berichtete uns die Patientin, dass sie ausgerechnet jetzt schwanger geworden sei. Ein Kinderwunsch bestand schon seit längerer Zeit. Unter der tuberkulostatischen Therapie hätte die Patientin jetzt aber mit einer Schwangerschaft zuwarten wollen. Die tuberkulostatische Behandlung gestaltete sich problemlos. Die Patientin erhielt zwei Monate eine Viererkombination und dann während vier Monaten eine Zweierkombination. In den Kulturen aus der Bronchiallavage fand sich ein Mycobacterium tuberculosis, das auf alle Tuberkulostatika sensibel ist. Bei der Umgebungsabklärung war der MantouxTest der betreuenden Logopädin stark positiv. Die asymptomatische Frau hatte ein völlig normales Thoraxbild. Sie erhielt eine präventive Chemotherapie mit Isoniazid für sechs Monate.
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