Trockener Husten und Restriktion - warum Schmieren und Salben nicht immer hilft
Author(s) -
L Junker,
G Brunner,
D Schilter,
A Fleischmann,
C Mordasini
Publication year - 2006
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2006.05892
Subject(s) - art
Eine heute 36jährige Patientin kam während der vergangenen sechs Jahre mehrmals wegen chronischem, unproduktivem Husten in unsere Sprechstunde. Aus der persönlichen Anamnese ging hervor, dass sie vor dem Auftreten dieser Symptome zwischen 1992 und 1999 erfolgreich wegen eines Hodgkin-Lymphoms behandelt worden war. Im Juni 1999 wurden erstmals computertomographisch im anterioren Oberlappensegment links eine ungefähr 2 x 1 cm grosse, unscharf begrenzte, streifige Infiltration und konventionellradiologisch ein alveoläres Lungeninfiltrat basal rechts beschrieben. Die Bronchoskopie im September 1999 ergab makroskopisch keine Auffälligkeiten, in der zytologischen Untersuchung imponierten vereinzelt lipidhaltige Makrophagen, maligne Zellen konnten keine nachgewiesen werden. Lungenfunktionell bestand eine leichte restriktive, jedoch keine obstruktive Ventilationsstörung bei einer totalen Lungenkapazität (TLC) von 73% des Sollwertes und einer CO-Diffusionskapazität im unteren Normalbereich. Die Patientin lehnte weitere Untersuchungen ab und suchte im August 2002 wegen eines zunehmenden hartnäckigen Hustens sowie phasenweiser Dyspnoe erneut unsere Sprechstunde auf. Zu diesem Zeitpunkt betrug die TLC noch 69% des Sollwertes. In der Folge kam es trotz wiederholter Therapie mit Antibiotika und systemischen Steroiden klinisch und funktionell zu einer Progredienz der pulmonalen Symptome. Das Thorax-CT im Rahmen der Nachsorgeuntersuchung vom Januar 2004 zeigte bilateral multiple azinäre Verdichtungen. Sowohl klinisch als auch lungenfunktionell kam es zu einer weiteren Verschlechterung des Zustandes. Die wiederholt vorgeschlagene thorakoskopische Lungenbiopsie, unter anderem auch zum Ausschluss eines Hodgkin-Rezidivs, wurde von der Patientin weiterhin abgelehnt. Bei progredienter Anstrengungsdyspnoe mit im konventionellen Thoraxröntgen diffusen alveolären, flekkenförmigen Infiltrationen (Abb. 1 x), welche im CT konfluierenden Milchglastrübungen entsprachen (Abb. 2 x) sowie einer lungenfunktionell nachgewiesenen TLC von 42% des Sollwertes, erklärte sie sich schliesslich im Juni 2005 zu einer thorakoskopischen Lungenbiopsie bereit. Die Histologie des Wedge-Resektates zeigte etwas überraschend eine fleckenförmige Lipidpneumonie, zum Teil mit einer chronischen Entzündung und einer interstitiellen Fibrose (Abb. 3 x). Auf gezieltes Nachfragen gab die Patientin an, in den letzten sechs Jahren mehrmals täglich und vor allem nachts Nasensalbe und Lippenpomade aufD E R B E S O N D E R E FA L L Forum Med Suisse 2006;6:583–585 583
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