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Nuklearmedizin: Fortschritte in der Radiopeptidtherapie maligner Gliome
Author(s) -
S Kneifel,
D Cordier,
J Müller,
A Merlo
Publication year - 2005
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2005.05729
Subject(s) - medicine
Maligne Gliome stellen aufgrund ihrer schlechten Prognose nach wie vor eine grosse therapeutische Herausforderung dar. In letzter Zeit wurde über Fortschritte auf dem Gebiet der medikamentösen Therapie berichtet. Eine grosse Multizenterstudie von EORTC und NCIC an 573 Patienten hat gezeigt, dass eine Kombinationsbehandlung aus Operation, perkutaner Radiotherapie und der Gabe von Temozolomide gegenüber dem Vorgehen mit Operation und Radiotherapie alleine vorteilhaft ist (mittlere Überlebenszeit 14,6 vs. 12,1 Monate) [1]. Die Selektion durch die Einund Ausschlusskriterien vieler Studien führt allerdings dazu, dass die Zahlen für den klinischen Alltag nur bedingt repräsentativ sind. So berichteten bereits 1989 Winger und Koautoren, dass bei Gliompatienten, die die Einschlusskriterien für eine randomisierte Studie erfüllten, die mediane Überlebenszeit 60 Wochen betrug. Im Mittel über alle an dem betreffenden Zentrum behandelten Gliompatienten (inklusive der Studienpatienten) reduzierte sich diese Zeit allerdings auf 35 Wochen [2]. Eine Zusammenfassung der aktuellen therapeutischen Optionen findet sich in einer früheren Ausgabe der vorliegenden Zeitschrift [3–5]. Am Universitätsspital Basel wird seit mehreren Jahren die Radiopeptidtherapie maligner Gliome vorangetrieben. Insbesondere Glioblastome zeigen eine hohe Expression von NeurokininTyp-1-Rezeptoren (NK-1-Rezeptoren) [6]. Deren nativer Ligand ist Substanz P, das in seiner radioaktiv markierten Form daher für die gezielte Tumortherapie in Frage kommt [7]. Aus früheren Arbeiten mit dem modifizierten Somatostatinanalogon DOTATOC ist bekannt, dass mit der lokalen Injektionstechnik gute Erfolge erzielt werden können, ohne die für eine systemische Anwendung limitierenden Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen [8, 9]. Für die Therapie wird mittels computerunterstützter Stereotaxie direkt in den Tumor ein Kathetersystem eingebracht, welches mit einem subkutanen Reservoir, ähnlich einem Portsystem, verbunden ist. Über dieses System können dann die Radiopharmaka unter sterilen Kautelen injiziert werden (Abb. 1 x). Die Injektion ruft eine lokale Nekrose hervor. Das ist im Falle von Tumorgewebe erwünscht, für gesundes Hirngewebe aber inakzeptabel. Eine sorgfältige Planung der Therapie unter Berücksichtigung patientenspezifischer Faktoren ist daher unumgänglich. Gleichzeitig wird so eine Dosimetrie möglich, die bei der perkutanen Bestrahlung von Hirntumoren seit langem Standard ist. Die Dosimetrie beruht auf individuellen mehrfachen Messungen der nach der Injektion im Gehirn vorhandenen Aktivität. Während diese Messungen bis vor kurzem noch mit Hilfe einer aufwendigen Doppelisotopentechnik durchgeführt wurden, steht seit Anfang September dieses Jahres in Basel ein kombiniertes SPECT/ CT-Gerät zur Verfügung, welches die Aktivitätsverteilung im anatomischen Kontext direkt messen kann (Abb. 2 x). Die deponierte Dosis hängt neben der Verteilung und der physikalischen Halbwertszeit auch noch von der biologischen Halbwertszeit ab, das heisst von der individuellen Pharmakokinetik: Längere biologische Halbwertszeiten bedingen eine höhere Dosisdeposition. Da die biologische Halbwertszeit von Patient zu Patient verschieden und auch beim selben Patienten von Mal zu Mal Nuklearmedizin: Fortschritte in der Radiopeptidtherapie maligner Gliome

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