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Eine ungewöhnliche Nebenwirkung einer Antikörperbehandlung
Author(s) -
H Khani,
M Jermann,
L Jost
Publication year - 2005
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2005.05661
Subject(s) - medicine
Ein 45jähriger Patient aus dem Kosovo litt seit neun Monaten unter zunehmender Appetitlosigkeit mit rezidivierendem Erbrechen, einem Gewichtsverlust von 8 kg und einer allgemeinen Schwäche. Bis ein Jahr vor der aktuellen Erkrankung hatte ein chronischer Äthylabusus bestanden; zum Zeitpunkt der Einweisung konnte ein persistierender Nikotinabusus von 80 PackYears und ein Status nach Ulcus ventriculi vor 8 Jahren konstatiert werden. Der Patient befand sich in einem reduzierten Allgemeinzustand und war bei einer Grösse von 170 cm mit 53 kg untergewichtig. Sonstige pathologische klinische Befunde wurden nicht erhoben. Im Labor zeigte sich eine leichte mikrozytäre Anämie (Hämoglobin 9,4 g/dl). Das CRP betrug 16 mg/L, die Kreatininund Leberwerte waren normal. Das Computertomogramm zeigte eine 5,2 cm grosse Raumforderung im Pankreaskopf (Abb. 1 x) und eine Wandverdickung des Colon ascendens von 3 cm; Aszites lag nicht vor. Die übrigen abdominalen Organe sowie ein Röntgenbild des Thorax waren unauffällig. Die Endosonographie bestätigte den Befund und liess einen gemischt echogenen, unscharf begrenzten Tumor im Pankreaskopf mit Verschluss der Vena mesenterica superior und vergrösserten Lymphknoten im Leberhilus sowie im Bereich des Truncus coeliacus erkennen. Der Ductus choledochus war schlank. Kolonoskopisch fand sich ein exulzerierter derber Tumor am Zökumpol. Es erfolgte eine rechtseitige Hemikolektomie mit Ileotransversostomie und eine Gastroenterostomie, in deren Verlauf ein wenig differenziertes, exulzeriertes Adenokarzinom des Colon ascendens mit Infiltration des Duodenums pT4 pN1 (2/19) G3 diagnostiziert wurde. Der Tumor im Pankreaskopf wurde biopsiert, erwies sich aber angesichts der Infiltration des Duodenums und des Truncus coeliacus als inoperabel. Die Biopsie zeigte ein mit dem Kolontumor identisches, wenig differenziertes Adenokarzinom. Wir gingen von einem primären Kolonkarzinom mit einer Metastase im Pankreaskopf aus; wobei theoretisch auch ein primäres Pankreaskarzinom mit Kolonmetastasierung in Betracht gezogen werden musste. Der Patient erhielt im Rahmen einer randomisierten Studie (SAKK 41/04) alle drei Wochen intravenös Oxaliplatin (Eloxatin®), kontinuierlich während zwei von drei Wochen Capecitabine (Xeloda®) per os sowie zusätzlich einmal wöchentlich Cetuximab (Erbitux®). Als Begleitmedikation zur Chemotherapie wurde Dexamethason (Fortecortin®; 8 mg am ersten Tag), Tropisetron (Navoban®; 5 mg während zwei Tagen) und Domperidon (Motilium®; 4 Tbl. während fünf Tagen) eingesetzt. Die Einnahme sonstiger Medikamente und der Konsum von Alkohol wurden vom Patienten nach gezielter Nachfrage verneint. Bereits nach dem ersten Zyklus der Chemotherapie kam es zu einer Erhöhung der TransEine ungewöhnliche Nebenwirkung der Antikörperbehandlung

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