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Marathonläufer mit Lumbovertebralsyndrom
Author(s) -
B Knechle,
A Neff
Publication year - 2005
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2005.05593
Subject(s) - business
Der 41jährige passionierte Marathonläufer meldete sich bei seinem Arzt wegen neu aufgetretener Lumbalgien nach einem Fussballspiel. Die lumbalen Schmerzen zwangen ihn, das Laufen abzubrechen. Im Status lagen ein paravertebraler Hartspann, eine Druckdolenz über dem rechten Iliosakralgelenk sowie eine eingeschränkte Innenrotation der rechten Hüfte vor. Mit der Diagnose eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms wurde eine Physiotherapie verordnet. Nach Abschluss der neun Physiotherapiesitzungen hatten sich die initialen Beschwerden des Patienten nicht gebessert. Anamnese und Status wurden erneut aufgenommen. Während dem besagten letzten Fussballspiel musste der Patient einen Ausfallschritt machen und hörte im Bereich des rechten Gesässes ein reissendes Geräusch, das sich wie das Zerreissen von Stoff anhörte. Zusätzlich traten bei leichtem Laufen nach etwa einem Kilometer Schmerzen in der rechten Wade auf und er musste das Lauftraining abbrechen. Dabei trat ein Kältegefühl in der rechten Wade auf und die Wade wurde nach sieben bis acht Minuten Belastung hart. Im Status der unteren Extremität fiel einzig eine Druckdolenz in der rechten Wade im mittleren Drittel auf. Von seiten des Bewegungsapparates sowie des Nervensystems liessen sich keine pathologischen Befunde erheben. Die Inguinalpulse waren beidseits leicht abgeschwächt, die Poplitealund Fusspulse waren palpabel. Unter dem Verdacht eines pathologischen Prozesses im Bereich des Beckens bzw. der Beckenstrombahn wurden eine Kernspintomographie (MRI) des Beckens sowie eine Kontrastmittel-verstärkte MR-Angiographie (MRA) der Beckenstrombahn durchgeführt (20 ml Gadodiamid 0,5 mmol/ml, OmniscanTM, Amersham Health). Die Untersuchung erfolgte mit einem modernen Hochfeldgerät (Intera 1,5 Tesla) der Firma Philips Medical Systems, Best, Niederlande. Das MRI des Beckens zeigte symmetrisch normale Weichteile, insbesondere ein normales Signalverhalten der Muskulatur, ohne Hinweise auf ein Hämatom oder auf einen sonstigen pathologischen Prozess in diesem Bereich. In der MRA war ein Verschluss der A. iliaca externa beidseits nachweisbar. Der Defekt reichte ab Iliakalbifurkation bis knapp proximal der Abgänge der Aa. epigastricae inferiores. Es bestand ein kräftiger bilateraler Kollateralkreislauf, vorwiegend über die Aa. iliacae internae (Abb. 1 x). Es erfolgte eine weiterführende angiologische Abklärung. Der mit der Doppler-Technik gemessene Knöchel/Arm-Index war rechts mit 0,63 und links mit 0,78 deutlich reduziert. Die Segmentoszillographie war an Oberund Unterschenkel diskret pathologisch. Bei einem systemischen Blutdruck von 165/105 mm Hg erfolgte wegen der diastolischen Hypertonie eine Abklärung der Nierenarterien. Dabei wurde duplexsonographisch eine mittelgradige Nierenarterienstenose links diagnostiziert. Als kardiovaskuläre Risikofaktoren stellten sich neben der arteriellen Hypertonie zusätzlich anamnestisch ein vor kurzem sistierter Nikotinabusus von 15 packyears sowie laborchemisch eine behandlungsbedürftige Dyslipidämie heraus. Aufgrund der subjektiv starken Einschränkung der Lebensqualität wurde eine operative Sanierung der Verschlüsse in die Wege geleitet. Der Verschluss der A. iliaca externa rechts wurde mit einer Thrombendarterektomie mit Patchplastik, der Verschluss links mit einem Dacron-Bypass von der Iliakalbifurkation auf die A. femoralis communis versorgt. Wenige Wochen nach der Wiedereröffnung der Beckenstrombahn konnte der Patient wieder schmerzfrei sein Lauftraining aufnehmen. Unter der Behandlung mit Azetylsalizylsäure (Aspirin®), Lisinopril (Zestril®) und Pravastatin (Selipran®) normalisierten sich Blutdruckund Cholesterinwerte. Marathonläufer mit Lumbovertebralsyndrom

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