Rezidiv einer medikamentös-toxischen Hepatitis
Author(s) -
M Hoffmann,
Marbet Ua,
A Hurni,
L Bianchi,
H Göldi
Publication year - 2005
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2005.05455
Subject(s) - medicine , virology
und Abdominalkrämpfen litt. Die Patientin wurde zunehmend ikterisch mit hellem Stuhlgang und dunklem Urin. Zusätzlich beobachtete sie ein flüchtiges urtikarielles Exanthem. Sie berichtete zudem über einen allerdings gewollten Gewichtsverlust von 14 kg innert der letzten drei Monate. An Medikamenten nahm sie seit zwei Jahren wegen einer arteriellen Hypertonie Ecodurex® (Amilorid-Hydrochlorothiazid), sowie zeitweise Celebrex® (Celecoxib) wegen eines wechselnden vertebragenen Schmerzsyndroms ein. Der Allgemeinzustand der übergewichtigen (BMI 29,7 kg/m2), ikterischen und afebrilen Patientin war deutlich reduziert. Die Laboruntersuchungen bei Eintritt zeigten eine Erhöhung der Transaminasen um das 40fache der oberen Norm, ein Bilirubin von 372 μmol/l und eine leichtgradige Erhöhung der g-Glutamyl-Transpeptidase (gGT) und der alkalischen Phosphatase (AP). Die Laborwerte entsprachen einem hepatitischen Muster (Tab. 1 p). Das Blutbild war unauffällig. Die Hepatitis-Serologien (HAV, HBV, HCV, CMV, EBV) ergaben keinen Hinweis auf eine akute virale Hepatitis. Die antimitochondrialen und antinukleären Antikörper waren diskret erhöht. Sonographisch fand sich bei schwierigen Untersuchungsbedingungen einzig eine Cholezystolithiasis. Zur weiteren Klärung wurde eine Leberbiopsie durchgeführt, die eine schwere akute cholestatische Hepatitis mit konfluierenden Nekrosen und einem gemischtzelligen entzündlichen Infiltrat mit reichlich eosinophilen Leukozyten zeigte (Abb. 1 x). Der Befund wurde als sehr gut vereinbar mit einer medikamentös bedingten Hepatitis gewertet. In der Folge wurden bei der Patientin sämtliche Medikamente sistiert, worauf die Beschwerden innert acht Wochen vollständig verschwanden und sich das Bilirubin und die Transaminasen normalisierten (Tab. 1 und Abb. 2 x). Drei Monate später kam es zu einem erneuten Anstieg der Transaminasen (Tab. 1, Abb. 2), wobei die Patientin beteuerte, keinerlei Medikamente mehr eingenommen zu haben. Erst auf intensives gezieltes Nachfragen hin gab sie an, ein «unterstützendes, hochwertiges, rein pflanzliches Nahrungsergänzungsprodukt» (Herbalife®) zur Gewichtsreduktion eingenommen zu haben. Dasselbe Produkt hatte die Patientin schon vor dem ersten Auftreten der Hepatitis während mehrerer Wochen regelmässig eingenommen. Nach Sistierung von Herbalife® waren die Transaminasen wiederum rasch regredient, ohne dass es in der Folge zu einem erneuten Rezidiv kam (Tab. 1 und Abb. 2). Rezidiv einer medikamentös-toxischen Hepatitis
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