z-logo
open-access-imgOpen Access
Tropenmedizin - Medizin in den Tropen: AIDS-Behandlung im afrikanischen Busch?
Author(s) -
P Schubarth
Publication year - 2005
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2005.05425
Subject(s) - art , dermatology , medicine
Die Tropenmedizin befasst sich zum einen mit der Reisemedizin und zum anderen und vor allem mit der Medizin in den Tropen: Sie ist Entwicklungsmedizin, Medizin der begrenzten Mittel und Medizin der Armut. Hauptgesundheitsproblem vieler Entwicklungsländer und insbesondere der Länder in Afrika ist die AIDS-Epidemie. In einigen Ländern sind über 30% der erwachsenen Bevölkerung HIVinfiziert. Von 40 Mio. HIV-Infizierten benötigten 6 Mio. eine antiretrovirale Behandlung, doch lediglich 4 wird diese Behandlung zuteil. Grosse internationale Organisationen wie die WHO und UNAIDS sind nun – unterstützt von den Regierungen der betroffenen Länder und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) – die verbindliche Verpflichtung eingegangen, den Betroffenen, die eine antiretrovirale Behandlung benötigen, Zugang zu dieser medizinischen Versorgung zu ermöglichen: Bis Ende 2005 sollen 3 Mio. Aidspatienten mit Medikamenten versorgt werden («3-by-5-Initiative»). Vereinfachte und standardisierte Diagnoseund Behandlungsmethoden sollen angewandt werden, um auch Betroffenen aus abgelegenen Gebieten mit schlecht ausgebauter Gesundheitsinfrastruktur den Zugang zur Behandlung zu ermöglichen. Nach Jahren voller Hoffnungslosigkeit und Defätismus im Kampf gegen AIDS in den Entwicklungsländern bringt diese Initiative für die von der AIDS-Epidemie am stärksten betroffenen Bevölkerungen endlich etwas Optimismus. Es gilt jedoch weiterhin immense Probleme zu lösen, die die gesamte Initiative gefährden: Die Medikamentenpreise mögen zwar seit Markteinführung der Generika enorm gesunken sein, und auch bei den Preisen für bestimmte Originalprodukte mag dank des Drucks seitens Patientenorganisationen, NGOs, internationaler Organisationen und einiger Regierungen der am stärksten von der Epidemie betroffenen Länder eine Reduktion erkennbar sein, dennoch bleiben die Medikamente auch bei diesen auf unter 200 USDollar pro Jahr gesenkten Preisen derzeit für viele unerschwinglich. Weitere Fragen gilt es zu klären in den Bereichen notwendige Laboranalysen, langfristige Patientenbetreuung, Compliance (Therapiebereitschaft) der Patienten und langfristige Sicherung der Medikamentenversorgung. Auch wenn grosse Probleme heute noch ungelöst sind, schöpft Afrika neue Hoffnung, die AIDS-Epidemie in den Griff zu bekommen.

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom