Zytologie: Zytodiagnostik der Schilddrüse - neue Erkenntnisse aus alten Nadeln
Author(s) -
CS Gerber
Publication year - 2004
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2004.05399
Subject(s) - art
Jede benigne oder maligne Läsion der Schilddrüse kann sich klinisch als Knoten präsentieren. Es gibt keine nicht invasive diagnostische Methode, welche die Dignität einer Schilddrüsenläsion voraussagen kann. Die Untersuchung mittels Feinnadelpunktionszytologie (FNP) ist eine effiziente Untersuchungsmethode zur präoperativen Abklärung einer Schilddrüsenneoplasie. Schilddrüsenkarzinome machen rund 90% der endokrinen, aber nur etwa 1% aller Karzinome viszeraler Organe aus. Die neue WHOKlassifikation [1] definiert neue Entitäten, welche bei einer FNP einer Schilddrüsenneoplasie berücksichtigt werden können. Das papilläre Karzinom ist mit 60% der häufigste bösartige Schilddrüsentumor mit einer ausgezeichneten Prognose und einer Langzeitmortalität von 6,5%. Es entwickelt sich aus dem Follikelepithel der hormonbildenden Schilddrüse und ist entsprechend immunhistochemisch positiv für Anti-Thyroglobulin-Antikörper (Abb. 1 x). Die morphologische Diagnose beruht auf der charakteristischen Kernmorphologie und nicht auf dem invasiven Charakter des Tumors, weswegen das papilläre Karzinom besonders für den zytologischen Nachweis geeignet ist (Abb. 2 und 3 x). Die andere grosse Gruppe von gut differenzierten Läsionen, welche sich aus Follikelepithelzellen der Schilddrüse entwickelt, sind follikulär gebaut und entsprechen adenomatösen Knoten, Adenomen und follikulären Karzinomen. Die zytologische Untersuchung dieser Läsionen erlaubt keine Unterscheidung zwischen gutartigen und malignen Läsionen; sie werden zusammenfassend als follikuläre Neoplasien bezeichnet. Die definitive Festlegung der Dignität wird der histologischen Untersuchung überlassen. Nur 20% der follikulären Neoplasien sind in der abschliessenden histologischen Untersuchung maligne. Die minimal invasive Form weist dabei eine ausgezeichnete Prognose mit einer Mortalität von 3% auf, während bei einer ausgedehnten Invasion die Mortalität mit rund einem Drittel angegeben wird. Selbst histologisch können die bekapselten follikulär gebauten Neoplasien manchmal sowohl bezüglich ihrer Dignität wie auch ihrer histologischen Charakterisierung – papillär oder follikulär – wegen zweifelhafter Kernmorphologie schwierig einzuordnen sein [2]. Dieser Schwierigkeit ist nun in der neuen WHO-Klassifikation Rechnung getragen worden [1]. Es ist festzuhalten, dass zum jetzigen Zeitpunkt auch immunhistochemische oder molekularpathologische Zusatzuntersuchungen dieses diagnostische Dilemma in der einzelnen Läsion nicht lösen können und die Malignitätsdiagnose immer noch auf dem Nachweis einer Invasion des Tumors, nachgewiesen durch die aufmerksame Pathologin oder den aufmerksamen Pathologen, beruht. Das undifferenzierte oder anaplastische Schilddrüsenkarzinom, welches etwa 10% aller Schilddrüsenkarzinome ausmacht, manifestiert sich meist schon klinisch wie ein maligner Tumor mit raschem Wachstum. Entsprechend ist die Prognose extrem ungünstig mit einer mittleren Überlebenszeit von 4 Monaten. Die zytologische Diagnose kann paradoxerweise in den spindelzelligen und zellarmen sarkomatoiden Formen schwierig sein. Die klinische Manifestation eines rasch wachsenden Schilddrüsentumors bei meist älteren Patienten ist Leitsymptom dieser Erkrankung. Zytologie: Zytodiagnostik der Schilddrüse – neue Erkenntnisse aus alten Nadeln
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