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Interstitielle Nephritis durch ein Hantavirus nach Auslandsaufenthalt
Author(s) -
D Schultze,
W Fierz,
U Winiger,
M Schmidli
Publication year - 2004
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2004.05190
Subject(s) - hantavirus , medicine , hantavirus infection , virology , virus
Ein 32jähriger Mann erleidet eine bislang nie gekannte Müdigkeit und körperliche Schwäche, 18 Tage nach Rückkehr von einem Finnlandaufenthalt. Nach weiteren drei Tagen tritt hohes Fieber auf (39,4 °C axillär) mit Schüttelfrost und Erbrechen. Die anfänglichen Kopfschmerzen werden von starken Nackenschmerzen abgelöst. Am vierten Tag mit hohem Fieber konsultiert er seinen Hausarzt, der ihn aufgrund der Thrombopenie (64 103/ml, Norm 150–390 103/ml), leichten Erythrozyturie und erhöhten akuten Entzündungsparametern (CRP 54 mg/l, Norm <5 mg/l, BSR 37 mm/h) zur stationären Abklärung einweist. Bei Eintritt findet sich sonographisch eine Splenomegalie (Durchmesser 15 cm), aber kein Fokus für den Status febrilis. Die Laboranalysen zeigen ein CRP von 51 mg/l (Norm <5 mg/l), eine Lymphopenie (800/ml, Norm 1300–2900/ml) und leichte Monozytose (1200/ml, Norm 300– 1000/ml) sowie erneut eine Thrombopenie (85 103/ml, Norm 130–400 103/ml) und leichte Erythrozyturie. Der 24-Stunden-Sammelurin zeigt eine Polyurie (10 Liter/24 h) mit Proteinurie (Totalprotein 0,61 g/Sz, Norm 0,05–0,1 g/Sz), Erhöhung des a-1-Mikroglobulins (9,8 mg/l; Norm <8 mg/l), bei normaler Kreatinin-Clearance. Insbesondere das Serumkreatinin ist nicht erhöht. Es wird die Diagnose einer interstitiellen Nephritis gestellt. Die Befunde sowie der vorgängige Aufenthalt des Patienten in Finnland passen zu einer Hantavirus-Infektion. Die Serologie auf Hantavirus spezifische IgMund IgG-Antikörper (Hantavirus ELISA, MRL Diagnostics, USA) fällt in der ersten Blutprobe vom fünften Tag nach Einsetzen des Fiebers positiv aus (Hantavirus-IgM positiv; HantavirusIgG positiv, Index = 2,5; Normindex <1,2). Mit Einsetzen der Polyurie tritt eine klinische Besserung des Patienten ein und er kann am siebten Krankheitstag entlassen werden. Beim Follow-up 26 Tage nach Krankheitsbeginn ist der Patient beschwerdefrei, alle abnormal ausgefallenen Laborparameter haben sich normalisiert. Die Hantavirus-spezifischen IgG fallen in den Folgeproben am 13. und am 55. Krankheitstag höher aus (Index 19 bzw. 23). Eine Differenzierung der Hantavirus-Antikörper mit dem Immunoblot (recomline Bunyavirus, Interstitielle Nephritis durch ein Hantavirus nach Auslandsaufenthalt

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