Differentialdiagnose Dekompressionskrankheit: Neurologische Ausfälle bei einem Piloten nach einem Transatlantikflug
Author(s) -
C Frigg,
J Stepanek,
A Gmür,
J Suter
Publication year - 2002
Publication title -
forum médical suisse ‒ swiss medical forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-6146
pISSN - 1661-6138
DOI - 10.4414/fms.2002.04485
Subject(s) - philosophy
Anamnese Ein 60jähriger, erfahrener Privatpilot trat in der Funktion eines Copiloten in einem vierplätzigen Mooney Sportflugzeug (ohne Druckkabine) einen Transatlantikflug aus den USA gegen Osten hin an. Der Flug dauerte 4 Stunden, wovon 3 Stunden auf einer Flughöhe von 17 000 Fuss (5577 m) geflogen wurden. Während dieser Zeit erfolgte die Sauerstoffgabe über eine nasale Sauerstoffbrille. Darauf folgte eine Episode von 30 min ohne künstliche Sauerstoffzufuhr auf 19 000 Fuss (6234 m) und abschliessendem Absinken auf 14 000 Fuss (4593 m) mit nachfolgender Landung innert 20 min auf Meereshöhe. 5 min nach der Landung fiel dem Piloten die Brille zu Boden. Er wollte diese mit der rechten Hand aufheben, was ihm wegen einer Schwäche des rechten Armes nicht gelang. Schliesslich ergriff er sie ohne Probleme mit seiner linken Hand. Weiter fiel auf, dass ein Gespräch mit dem «Pilot in command» für etwa 2 Minuten wegen einer motorischen Aphasie nicht möglich war. Nachdem sich der Pilot in ein Gebäude begeben hatte, konnte er nur mühsam eine Kaffeetasse in seiner rechten Hand halten, ohne den Inhalt zu verschütten. Infolge Schwäche und Zittern musste er wiederum seine linke Hand zu Hilfe nehmen. Sein Sprachvermögen war während der darauffolgenden 3 Stunden merklich gestört, schien sich aber im Verlaufe der Zeit zu erholen. Nach Ankunft im Hotel wiederholten sich die Schwierigkeiten mit seiner Sprache zweimal, jeweils über einen Zeitraum von 10 Minuten. Am darauffolgenden Tag bestieg der Pilot als Passagier ein Linienflugzeug (Kabinendruckhöhe 8000 Fuss, 2600 m) und begann einen 1,5 Stunden dauernden Flug. Während des Fluges bekundete er Schwierigkeiten, mitgebrachte Trauben mit seiner rechten Hand aufzunehmen und diese zu seinem Mund zu führen. Des weiteren hatte er ein subjektives Steifigkeitsgefühl im Bereich des rechten Mundwinkels und eine Unfähigkeit, seine Symptome schriftlich niederzulegen (unkenntliche Handschrift). Am nächsten Tag fiel es ihm schwer, ein Schriftstück auf seinem PC zu erstellen, ohne eine Vielzahl von Fehlern zu machen. In der persönlichen Anamnese findet sich eine mit Allopurinol (Zyloric®) behandelte Gicht (bekannt seit 10 Jahren). Nach seiner Rückkehr nach Hause ging der Pilot zur weiteren Untersuchung seiner Symptome zum Arzt (Facharzt für Neurologie).
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