Hämostatische Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten: D-Dimer
Author(s) -
Edouard Battegay,
R Darioli,
Christian Gräf,
Wolfgang Korte,
Walter Riesen,
Brigitte Saner,
G. v. Schulthess,
R Miserez
Publication year - 2004
Publication title -
kardiovask med
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.112
H-Index - 2
eISSN - 1662-629X
pISSN - 1423-5528
DOI - 10.4414/cvm.2004.01011
Subject(s) - medicine , d dimer , gastroenterology
Die Entwicklung einer Atherothrombose hangt unter anderem vom prokoagulatorischen Potential des Patienten ab. Deshalb wurde untersucht, ob Veranderungen im Gerinnungssystem Risikofaktoren fur Koronarsyndrome sein konnten. Konsistente, klinisch relevante Daten existieren jedoch bislang nur fur Fibrinogen und D-Dimer. Da durch die Aktivierung der Gerinnung Fibrinogen in Fibrin umgewandelt wird, stellen Marker der Fibrin-Bildung wie D-Dimer und des folgenden Fibrin-Abbaus einen «fibrinabhangigen» Risikofaktor dar im Gegensatz zu Fibrinogen. D-Dimer entsteht aus quervernetztem Fibrin nach proteolytischem Abbau durch Plasmin, so dass seine Konzentration zu einem bestimmten Zeitpunkt hauptsachlich von der Menge des gebildeten Fibrins abhangt. Eine erhohte D-Dimer-Konzentration bei klinisch gesunden Mannern einer Zufallspopulation ist mit einem erhohten Risiko fur das spatere Auftreten eines Myokardinfarkts, einer koronaren Herzkrankheit und vaskularer Ereignisse verbunden (bei Fehlen einer AkutphasenReaktion, beispielsweise einer Infektion und/ oder einem thrombotischen oder embolischen Krankheitsbild). Derzeit existieren jedoch noch keine Daten uber den Nutzen eines D-Dimer-Screenings in der Allgemeinbevolkerung, im Vergleich zum Screening anderer allgemein anerkannter Risikofaktoren. Fur ein Fruhrezidiv eines akuten Koronarsyndroms haben sich D-Dimer-Konzentrationen im oberen Quartil als unabhangiger Risikofaktor erwiesen. Daruber hinaus existiert eine Assoziation zwischen erhohten D-DimerKonzentrationen und dem Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit. Dies trifft auch nach Berucksichtigung eines Nikotinkonsums, weiterer klassischer Risikofaktoren und des soziookonomischen Status zu auch bei stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK). Seit einiger Zeit stehen neben prazisen automatisierten quantitativen D-Dimer-Assays neuere quantitative POCT (Point of Care Test)-Assays zur Verfugung; gegenwartig sollte die Bestimmung jedoch mit ELISAoder ELISA-ahnlichen Verfahren erfolgen, um eine zufriedenstellende Testqualitat zu garantieren. Zusammenfassend ergeben sich aus den verfugbaren Daten zum D-Dimer als Risikofaktor folgende Konklusionen: Zwischen erhohten D-Dimer-Konzentrationen einerseits sowie Entwicklung und Ausmass einer koronaren Herzkrankheit und ihren Komplikationen (besonders akutes Koronarsyndrom) andererseits existiert eine positive Assoziation, vor allem bei Mannern. Derzeit existiert kein allgemeingultiger (auf alle Assays und verschiedene Erkrankungssituationen anwendbarer) «Cutoff»Level, um «erhohte» von «normalen» D-Dimer-Konzentrationen zu unterscheiden; vielmehr muss fur jeden Assay ein separater «Cutoff»-Level definiert werden. Aufgrund der aktuellen Datenlage erscheint es nicht sinnvoll, die D-Dimere routinemassig zur Risikostratifizierung irgendeiner Form der koronaren Herzkrankheit zu verwenden, da die D-Dimere nicht als Kriterium bei der Entscheidung dienen, ob eine spezifische Therapie gestartet werden soll oder nicht.
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