Kardiovaskuläre Risiken oraler Kontrazeptiva
Author(s) -
Thomas Kappeler
Publication year - 2003
Publication title -
pharma-kritik
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 2
ISSN - 1010-5409
DOI - 10.37667/pk.2002.70
Subject(s) - medicine
Schon kurz nach der Einführung oraler Kontrazeptiva in den 1960er Jahren wurden Fälle bekannt, die auf kardiovaskuläre Risiken dieser Medikamente hinwiesen. Seither sind zu diesem Thema zahlreiche epidemiologische Studien publiziert worden. Die Resultate älterer Studien sind heute kaum mehr relevant, da sich die Zusammensetzung der Kontrazeptiva in den letzten 40 Jahren stark verändert hat. Die Östrogendosis betrug ursprünglich 100 μg pro Tablette – moderne Präparate enthalten noch 15 bis 30 μg – und auch die Gestagendosis ist heute 5bis 10mal kleiner als in den frühen Präparaten. Als Östrogen wird mittlerweile in allen Präparaten das alkylierte Ethinylestradiol verwendet. Die Alkylierung bewirkt die gewünschte lange Halbwertszeit. Die Gestagene sind mit dem Ziel, die androgene Aktivität der Steroide abzuschwächen, immer wieder modifiziert worden. Gestagene, die weniger stark androgen wirken, sollen einen günstigen Einfluss auf die HDL-Cholesterinspiegel haben und das Risiko arterieller Erkrankungen senken. Zu den neuen Gestagenen zählen Desogestrel und Gestoden. Präparate, die Desogestrel oder Gestoden enthalten, werden als Präparate der «dritten Generation» bezeichnet. Je nach Klassifizierung wird auch Norgestimat dazugezählt. Da Norgestimat grösstenteils zu Levonorgestrel metabolisiert wird, sollte es besser den Präparaten der «zweiten Generation» zugerechnet werden. Die Tabelle 1 vermittelt eine summarische Übersicht zu den heute in der Schweiz erhältlichen kombinierten Kontrazeptiva. Der folgende Text befasst sich ausschliesslich mit den kombinierten oralen Kontrazeptiva – die «Minipille», die kein Östrogen, sondern nur ein Gestagen enthält, ist in der Praxis von geringerer Bedeutung und beinhaltet nicht dieselben Risiken. Die hier verwendeten Begriffe sind in Tabelle 2 genauer definiert.
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