Quantifizierung der Waldbiomasse und des Holznutzungspotenzials in der Schweiz
Author(s) -
Golo Stadelmann
Publication year - 2020
Publication title -
schweizerische zeitschrift fur forstwesen
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.189
H-Index - 10
eISSN - 2235-1469
pISSN - 0036-7818
DOI - 10.3188/szf.2020.0124
Subject(s) - physics , political science , humanities , forestry , art , geography
Quantifizierung der Waldbiomasse und des Holznutzungspotenzials in der Schweiz Zahlreiche Länder entwickelten auf Basis der vorhandenen nationalen Waldinventur und deren Netz Modelle, um den Waldzustand in die Zukunft zu projizieren. Mit solchen Modellen können Bewirtschaftungsszenarien simuliert werden, um Holznutzungspotenziale oder Kohlenstoffbilanzen im Wald zu schätzen, die als Entscheidungsgrundlage für die Waldpolitik oder als Basis für den «Forest Reference Level» (FRL) dienen, dessen Bestimmung aufgrund von internationalen Verpflichtungen wie dem Pariser Abkommen erforderlich ist. In diesem Artikel wird der distanzunabhängige Einzelbaumsimulator Massimo vorgestellt, und seine Anwendung wird in einem Szenario mit konstanter Vorratshaltung demonstriert. Massimo basiert auf dem schweizerischen Landesforstinventar (LFI), wobei die demografischen Prozesse (Regeneration, Wachstum, Nutzung und Mortalität) empirisch an dessen Daten angepasst wurden. Durch die Initialisierung und Simulation auf dem Netz des LFI sind die Modellvorhersagen statistisch repräsentativ für die Schweiz, was zuverlässige Schätzungen zur Waldentwicklung auf regionaler (Wirtschaftsregion, Produktionsregion) und nationaler Ebene (Schweiz) ermöglicht. Eine konstante Vorratshaltung in allen Wirtschaftsregionen der Schweiz unter der Annahme des heutigen Klimas würde in den nächsten 50 Jahren dazu führen, dass sich die Nutzung vom gut erschlossenen Mittelland in weniger dicht erschlossene Gebiete des Alpenraumes verlagern müsste. Trotz konstanter Vorratshaltung würde dabei die Biomasse weiter ansteigen, da der Laubholzanteil zunimmt und Laubbäume mehr Astderbholz und eine höhere Holzdichte aufweisen. Eine Nutzungsverlagerung in den Alpenraum würde zu höheren Erntekosten führen, die bei den gegenwärtigen Marktpreisen nur mit Subventionen gedeckt werden könnten. Während verschiedene Bewirtschaftungsformen Teil der Szenariodefinition sind, werden in Massimo keine Annahmen über soziale und wirtschaftliche Entwicklungen berücksichtigt. Hingegen werden die Prozesse Wachstum, Mortalität und Regeneration gegenwärtig klimasensitiv implementiert, wodurch das sich verändernde Klima zukünftig berücksichtigt werden kann. Durch die zusätzliche Implementation von Indikatoren zur Wirtschaftlichkeit, zur Schutzwirkung und zur Biodiversität bietet Massimo Potenzial für Anwendungen mit Fokus auf weitere Waldleistungen auch unter dem Aspekt des Klimawandels.
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