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Musikwissenschaft – Feminismus – Kritik: Ein Generationenaustausch
Author(s) -
Cornelia Bartsch,
Sarah Schauberger
Publication year - 2020
Language(s) - German
Resource type - Conference proceedings
DOI - 10.25366/2020.45
Subject(s) - computer science
s der Beiträge Christa Brüstle: Differenz und Diversität – Entwicklungen und Perspektiven in der Musikgeschichtsschreibung In der allgemeinen historischen Frauenund Geschlechterforschung sind in den letzten Jahrzehnten viele grundlegende Fragen zur methodischen Einbeziehung der Kategorien Differenz und Diversität diskutiert worden. Diese Diskussionen haben die Entwicklung einer feministischen und postfeministischen Geschichtsschreibung begleitet. Es stellt sich die Frage, welche Anregungen daraus für die Musikgeschichte und Musikgeschichtsschreibung entstanden sind. Einerseits bieten die Kategorien Differenz und Diversität Ansatzpunkte, andere Kulturen oder andere soziale Gruppen zu untersuchen, andererseits werden auch die vertrauten, eigenen, subjektiven Blickwinkel und Einstellungen zur Diskussion gestellt. Damit ist nicht zuletzt eine selbstkritische Haltung verbunden, die einen wissenschaftskritischen Ansatz impliziert. Wissenschaftskritik in der Musikgeschichtsschreibung bedeutet allerdings, viele selbstverständliche Annahmen und Handlungen in Frage zu stellen, agierende Personen in der Musikgeschichtsschreibung nach ihren Prämissen oder Tabus zu befragen, Machtverhältnisse der Kanonbildung sichtbar zu machen oder Prozesse der Inund Exklusion von bestimmten Themen oder Gruppen zu beleuchten. Der Beitrag fragt danach, inwiefern die Berücksichtigung der Kategorien Differenz und Diversität Musikgeschichte und Musikgeschichtsschreibung verändert. Anke Charton: Queen-Sized: Zugänge zu Zugehörigkeit und Lesbarkeit von Geschlecht Musikwissenschaftliche Genderforschung muss zwischen Geschlecht als performativer Kategorie einerseits und Notation gegenwärtiger und historischer Lebenswirklichkeiten andererseits immer wieder neue Antworten auf die Frage danach finden, was abbildbar und lesbar, spielbar und hörbar ist. Die Historizität von Wissenssystemen – und damit die Koordinaten dessen, was Geschlecht jeweils konstituiert ebenso wie die musikalischen Praxen, die daran mitwirken – ist dabei nicht nur ein Speicher sozialer Wirkungsmacht, sondern auch ein produktiver Zugang zu unterschiedlich situierten Repertoires. Der Blick auf Dynamiken und Interdependenzen stellt die Frage nach geschlechterspezifischer Lesbarkeit unter der Prämisse von Vernetzungen und Zugehörigkeiten: Musik markiert und konstruiert Geschlechterbilder als Bestandteil komplexer Anordnungen, die nicht von einem neutralen Standpunkt aus zu fassen sind. Die Akzentuierungen des analysierenden Blicks als „careful blindness“ (Peggy Phelan) schaffen somit Sichtbarkeiten wie auch Unsichtbarkeiten, deren politische Auswirkungen aus dem wissenschaftlichen Denken nicht ausgeklammert werden können und sich umgekehrt erneut in einen akademischen Habitus einspeisen. Anhand zweier Beispiele, gegenwärtig und voraufklärerisch, von Musik in Festzusammenhängen – der Verabschiedung der neapolitanischen Vizekönigin María 1558 und des Line-Ups beim Coachella Festival 2018 –, die beide auf exotisierende und klassen-

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