Die Bedeutung der italienischen Kammerkantate für Maria Antonia Walpurgis von Bayern als Interpretin und Sammlerin von 1747 bis 1763
Author(s) -
Nastasja Gandolfo
Publication year - 2020
Language(s) - German
Resource type - Conference proceedings
DOI - 10.25366/2020.37
Subject(s) - art
Die Musikaliensammlung Maria Antonia Walpurgis’ (1724–1780), Tochter des bayerischen Kur fürsten Karl Albrecht von Wittelsbach und der Erzherzogin Maria Amalia von Habsburg, ist eine der bedeutendsten Musiksammlungen in Europa, und sie besteht zum großen Teil aus Vokal musik. Dies liegt vor allem daran, dass Maria Antonia selbst als Dichterin, Sängerin und Opern komponistin tätig war. Im vorliegenden Aufsatz wird auf die Rolle der Gattung der italienischen Kammerkantate innerhalb der Sammlung in Bezug auf die Tätigkeit der Aristokratin als Inter pretin und Sammlerin näher eingegangen. Heute liegt die Musikaliensammlung Maria Antonias, die 1747 durch ihre Heirat mit Friedrich Christian zur sächsischen Kurprinzessin und ab 1763 zur Kurfürstin und dann Kurfürstinwitwe wurde, zu großen Teilen in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden. Im Gesamtkatalog der Sammlung, der um 1780 von dem persönlichen Sekre tär Maria Antonias, Peter August, verfasst wurde,1 finden sich nicht weniger als etwa 31 Einträge zu musikalischen Quellen mit Kantaten. Großenteils stammen diese Kantaten aus der Feder von in Dresden oder in München tätigen Komponisten. Einige von ihnen, wie Johann Adolf Hasse, Giovanni Alberto Ristori, Giovanni Domenico Ferrandini und Johann Gottlieb Naumann, unter hielten sehr enge Beziehungen zur Fürstin. Ein Teil dieser Kantaten wurde nachweislich von der Maria Antonia selbst aufgeführt – dies kann anhand der musikalischen Quellen oder anderer zeit genössischer Quellen (z. B. Hofjournale oder Briefe) nachgewiesen werden –, bei anderen Kantaten war Maria Antonia entweder die Textautorin oder die Widmungsträgerin. Die Sammlung umfasst aber auch eine Reihe von Kantaten, die von Autoren vertont wur den, die an anderen Orten arbeiteten und mit Dresden augenscheinlich keine Verbindung hatten. In diesem Zusammenhang sind die Kantaten von Giovanni Battista Pergolesi aus Neapel und Benedetto Marcello aus Venedig besonders interessant. Mit dem Problem der Kopistenhandschriften sowie der Datierung der Dresdner Abschrif ten von Hasses Kantaten hat sich bereits Ortrun Landmann in ihrem Katalog der Dresdner
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