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Die Bedeutung von Musiksammlungen für die Entstehung der Musikwissenschaft
Author(s) -
Melanie WaldFuhrmann
Publication year - 2020
Language(s) - German
Resource type - Conference proceedings
DOI - 10.25366/2020.32
Subject(s) - die (integrated circuit) , philosophy , computer science , operating system
Obwohl die Dresdner Musikabteilung mit ihrer nunmehr 200-jährigen Geschichte zu den ältesten eigenständigen Musiksammlungen innerhalb von Bibliotheken gehört, ist sie viel jünger als die zunächst kurfürstliche, dann königliche Bibliothek selbst.1 Sie geht auf die Zusammenlegung der musikbezogenen Bücher und ihre Verzeichnung in einem gemeinsamen Katalog zurück, die der Bibliothekar Friedrich Adolf Ebert im Rahmen einer allgemeinen Bestandsrevision 1815/16 unternahm.2 Damit stellte sich die Dresdner Musiksammlung zunächst als eine klassische Musikbuchsammlung dar, wie sie als Teilbereich einer Artes liberales-Abteilung auch schon in einer mittelalterlichen Klosterbibliothek existierte. Größere Musikalienbestände gelangten erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Nachlässe, Zensur-Exemplare, Ankäufe und Deposita – also im Wesentlichen unsystematisch – in die Sammlung. Die bedeutenden Zeugnisse der sächsischen Musikgeschichte aber, für die die Abteilung heute so berühmt ist, kamen überhaupt erst ab den 1890er Jahren hinzu: Auf die umfangreiche königliche Privat-Musikaliensammlung (inklusive des berühmten Schranks II) folgten ab 1908 die nicht mehr genutzten Noten der Hofkirche, ab 1930 die Bestände der Staatsoper.3 Eine Geschichte wie diese erinnert daran, dass die uns heute so vertraute und unverzichtbare Existenz von Musiksammlungen, das Aufbewahren und Erschließen von Musikalien – gemeinsam mit musikbezogenen Büchern – in Bibliotheken zum Zwecke der Sammlung, Dokumentation und Erforschung alles andere als selbstverständlich ist. Der ‚natürliche‘ Lebensraum für Musikmanuskripte und -drucke sind schließlich die Institutionen und Orte, in denen aus ihnen musiziert wird: Kapellen, Orchester, Opernhäuser, private Kammern und Haushalte. Was nicht mehr gebraucht und geschätzt wird (ein Stadium, in das über Jahrhunderte große Teile des Repertoires

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