z-logo
open-access-imgOpen Access
Die politische Quacksalberei des libertären Paternalismus
Author(s) -
Thomas Schramme
Publication year - 2016
Publication title -
zeitschrift für praktische philosophie
Language(s) - German
Resource type - Journals
ISSN - 2409-9961
DOI - 10.22613/zfpp/3.1.15
Subject(s) - philosophy , humanities , political science , gynecology , medicine
Der libertare Paternalismus befurwortet Eingriffe in die Entscheidungsfindung von Burgern, ohne ihnen Optionen vollig nehmen zu wollen. Vielmehr soll die Lenkung des Willens durch Schubser (nudges) geschehen. Im folgenden Beitrag mochte ich zeigen, dass der libertare Paternalismus auf tonernen Fusen steht. Ich bediene mich dabei des polemischen Bilds von Quacksalbern. Dieses Bild passt zu meinem argumentativen Vorgehen, da ich erstens zeigen will, dass der libertare Paternalismus falsche Diagnosen uber vermeintliche Krankheiten der Willensbildung stellt, und zweitens, dass er die falsche Therapie empfiehlt. Im ersten Teil des Artikels kritisiere ich die Diagnose des libertaren Paternalismus, wonach Menschen in ihrer Entscheidungsfindung systematisch fehlschlagen. Die Auswirkungen der zugrundeliegenden psychologischen Forschung werden missinterpretiert und damit vielen menschlichen Entscheidungen eine Art Defekt zugeschrieben. Der zweite Teil des Beitrags hinterfragt die Therapie des libertaren Paternalismus. Fur entsprechende Interventionen in die Wahlarchitektonik muss Wissen erlangt werden uber die Richtung, in welche die Menschen jeweils geschubst werden sollten. Die hier genannte epistemische Aufgabe kann mit den theoretischen Mitteln des libertaren Paternalismus nicht gelost werden.

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom