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Warum eigentlich Werte? Einige Gedanken zur „Flüchtlingskrise“
Author(s) -
Elif Özmen
Publication year - 2015
Publication title -
zeitschrift für praktische philosophie
Language(s) - German
Resource type - Journals
ISSN - 2409-9961
DOI - 10.22613/zfpp/2.2.13
Subject(s) - philosophy , humanities
Meine ersten Gedanken sind personlicher Art. Sie erzahlen eine Geschichte daruber, wie wir, die neuen Deutschen, offenbar niemals deutsch genug sein konnen. Und zwar nicht, weil wir uns der „Integration verweigern“ (wiewohl wir naturlich unsere individuelle historische, kulturelle, religiose oder ethnische Identitat nicht assimilieren konnen, selbst wenn es wir wollten). Sondern weil uns ebendiese Integration – das selbstverstandliche, fraglose, unkommentierte Deutsch-Sein – verweigert wird. Nicht nur die Schonheit, sondern auch die Fremdheit liegt offenbar im Auge des Betrachters. Der zweite Gedanke widmet sich dem Begriff der Fluchtlingskrise, der die offentliche Diskussion seit einiger Zeit beherrscht und anders beschaffen ist als die vertrauten Krisen-Rhetoriken der vergangenen Jahrzehnte. Die „Fluchtlingskrise“ bezeichnet eine Identitatskrise, der mit dem Instrumentarium der „Werte“ beigekommen werden soll. Am Beispiel der Debatte um die deutsche Leitkultur und deren mutmasliche Kernwerte mochte ich abschliesend dafur pladieren, das notwendig identitatsbezogene Konzept der Werte aus einer (zukunftigen) Ethik der Integration herauszuhalten.

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