Der Föderalismus in der Schweiz. Entwicklungstendenzen im 19./20. Jahrhundert
Author(s) -
P. Stadler
Publication year - 1979
Publication title -
bmgn - low countries historical review
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.166
H-Index - 9
eISSN - 2211-2898
pISSN - 0165-0505
DOI - 10.18352/bmgn-lchr.2121
Subject(s) - humanities , political science , art
Das foderative System der niederlandischen Republik, das auf der Union von Utrecht beruhte, und dasjenige der alten Eidgenossenschaft sind von schweizerischen Historikern schon ofters miteinander verglichen worden.1 Beide Staatengruppierungen sind aus einer Auseinandersetzung mit dem Hause Habsburg hervorgegangen, beide stellten eine Konfoderation dar, die ihren Staaten ein grosst-mogliches Mass an Selbstandigkeit beliess, beide besassen gemeinsame Organe, die sich glichen: hier die Generalstaaten, dort die eidgenossische Tagsatzung. Schliesslich ist auch an die Untertanengebiete zu erinnern, uber die sowohl die Niederlande als die alte Schweiz geboten. Erst in jungster Zeit sind neben den politisch-militarischen auch die geistigen Beziehungen erforscht worden, die die Niederlande mehr als gebenden, die Eidgenossenschaft als empfangenden Teil erscheinen lassen: viele reformierte Schweizer haben in Holland — in Leiden zumal — studiert, und die Anregungen, die von Justus Lipsius und Hugo Grotius auf die schweizerische staatsrechtliche Literatur ausgingen, sind betrachtlich gewesen. Was damit indirekt zusammenhangt: die Reorganisation des schweizerischen Militarwesens im siebzehnten Jahrhundert ist ohne direkte Einflusse der oranischen Heeresreform undenkbar. Das Vorbild des niederlandischen Steuerwesens sollte zu ihrer Finanzierung dienen, konnte dann allerdings der bauerlichen Unruhen wegen nur unvollstandig verwirklicht werden.
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