Hausmittel für die Psyche: Vergessene Mittel aus der Hausapotheke und vom Wegesrand
Author(s) -
Chrischta Ganz
Publication year - 2017
Publication title -
schweizerische zeitschrift für ganzheitsmedizin / swiss journal of integrative medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 7
eISSN - 1663-7607
pISSN - 1015-0684
DOI - 10.1159/000484163
Subject(s) - philosophy
der Erkenntnis, dass viele synthetische Psychopharmaka massive Nebenwirkungen wie Gewöhnung, Abhängigkeit, Sucht usw. mit sich bringen, hat sich der Fokus der Medizin wieder vermehrt in Richtung naturheilkundlicher Therapieformen verschoben. Bei vielen leichten und mittelschweren Erkrankungen von Psyche und Nervensystem werden Heilpflanzen (und andere ganzheitliche Methoden wie manuelle Therapie, Atemtherapie usw.) heute wieder mit grossem Erfolg eingesetzt [1, 2]. Generell bleibt hier festzuhalten, dass in der Naturheilkunde (anders als in der Schulmedizin) die Psyche bei jeder Erkrankung miteinbezogen wird. Im ganzheitlichen Verständnis von Gesundheit, Krankheit und Genesung nimmt jede Erkrankung Einfluss auf das Nervensystem und muss somit immer auch in die Behandlung miteinbezogen werden. Ein hartnäckiger Erkrankungen der Psyche und des Nervensystems begleiten den Menschen seit jeher. In der heutigen Zeit fordert uns die Befriedigung der Grundbedürfnisse (Essen, ein Dach über dem Kopf usw.) nicht mehr so stark heraus wie in den letzten Jahrhunderten. In der Berufswelt wird dem Menschen jedoch viel abverlangt, und Existenzängste (Ängste um Ausbildungsoder Arbeitsplatz, aber auch das Weltgeschehen, z.B. Kriege, Naturkatastrophen usw.), Probleme aufgrund von Doppelbelastungen durch Arbeit und Familie sowie eine dauernde Erreichbarkeit bedingt durch die sozialen Medien stellen Belastungen dar. Nervöse Angst-, Spannungsund Unruhezustände, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Burnout stehen deshalb heute in der ärztlichen und naturheilkundlichen Praxis auf der Tagesordnung. Eine Grenze zwischen gesundem und krankem Nervensystem zu ziehen, ist oft nicht leicht. Wann ist ein Patient/eine Patientin einfach müde, wann beginnt die Erschöpfung? Wann ist ein Patient/eine Patientin nur gereizt, wo findet sich hingegen ein krankhaft überreiztes Nervensystem, das behandelt werden muss? Die Beantwortung dieser Fragen fordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl und muss immer individuell und situativ geschehen. Die Anwendung von Heilpflanzen bei Erkrankungen von Nervensystem und Psyche ist durch das Aufkommen synthetischer Psychopharmaka lange Zeit in Vergessenheit geraten. Erst mit
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