Beiträge zu Glaukomdiagnostik im Alter
Author(s) -
Klaus Rohrschneider
Publication year - 2017
Publication title -
kompass ophthalmologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2297-0045
pISSN - 2297-0118
DOI - 10.1159/000454753
Subject(s) - philosophy
Das primär chronische Offenwinkelglaukom ist die mit Abstand häufigste Form eines Glaukoms. Hierbei handelt es sich um eine Augenerkrankung, die im Alter auftritt und zu erheblicher Sehbehinderung führt [1]. Für eine Behandlung ist die Diagnosestellung wesentlich. Neue Daten zeigen, dass bei einem nicht unerheblichen Anteil älterer Menschen nicht diagnostizierte Augenerkrankungen bzw. Sehbehinderungen bestehen. Im Rahmen der demographischen Entwicklung ist innerhalb der nächsten Jahre mit einem erheblichen weiteren Anstieg zu rechnen. Yakin et al. überprüften die Untersuchungsergebnisse von 544 Patienten über 65 Jahre, die eine Augenambulanz aufsuchten. Bei etwa 2/3 wurden ernste Augenerkrankungen neu festgestellt, meist Makuladegeneration. Knapp 9% hatten ein Glaukom, das in über 56% der Fälle bereits behandelt worden war. Einer vergleichsweise älteren Patientengruppe wandten sich Thederan et al. zu, indem sie die Bewohner in fränkischen Altenheimen augenärztlich untersuchten. Hier wurde bei 18,2% ein Glaukom bzw. erhöhter Augeninnendruck festgestellt, wobei es sich bei 12,3% um Neudiagnosen handelte. In dieser älteren Population war der Anteil der bislang nicht bekannten Glaukome mit knapp 70% deutlich höher. Das Projekt OVIS der Stiftung Auge bestätigte, dass diese älteren Bewohner in der Regel jahrelang keinen Augenarzt aufsuchen, meist scheitert es bereits am Transport zum Augenarzt. Fazit ist, dass mit zunehmendem Alter ein immer größerer Teil der Menschen an einem unbekannten Glaukom leidet. Die damit einhergehende zunehmende Gesichtsfeldschädigung, die durch eine Behandlung verhindert werden könnte, bleibt lange unbemerkt. Wie Wood et al. kürzlich in einem Vergleich der Fahrleistung zwischen Personen gleichen Alters mit und ohne Glaukom zeigten, führt aber bereits ein leichter bis moderater Gesichtsfeldausfall zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit. Gerade für Menschen fortgeschrittenen Alters ist es jedoch wichtig, nach wie vor selbstständig mobil zu bleiben. Eine umfassende Diagnostik ist daher zunehmend notwendig.
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