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Pharmakotherapie bei Neonaten und Jungtieren
Author(s) -
Meike Mevissen
Publication year - 2016
Publication title -
schweizerische zeitschrift für ganzheitsmedizin / swiss journal of integrative medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 7
eISSN - 1663-7607
pISSN - 1015-0684
DOI - 10.1159/000443000
Subject(s) - gynecology , medicine
Eine rationale Therapie beim Neugeborenen verlangt nicht nur Kenntnisse über die Pharmakologie (Wirkungsmechanismus, unerwünschte Wirkungen usw.) einzelner Arzneimittel, sondern ebenfalls Kenntnisse über Interaktionen zwischen mehreren Arzneimitteln und deren Pharmakokinetik unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung sowie der sich verändernden physiologischen Parameter beim Jungtier. Die Daten zur Pharmakokinetik, die für einen in der Therapie eingesetzten Stoff erhoben werden, entstammen zumeist Studien an erwachsenen und gesunden Tieren. Diese Daten sind nicht in vollem Umfang auf die Verhältnisse von Jungtieren übertragbar. Generell gilt, dass Arzneistoffe Biomembranen meist durch passive Diffusion passieren. Die altersabhängige Entwicklung des Organismus beeinflusst die Resorption, da der pH-Wert im Magen beim Neonaten in der Regel höher ist als beim Adulten. Aus diesem Grund können teilweise auch säurelabile Substanzen (z.B. Benzylpenicillin), die bei der Magenpassage des adulten Tieres zerstört werden, im Dünndarm des Neugeborenen resorbiert werden. Weiterhin ist die Entleerungszeit des Magens beim Jungtier länger, die Darmperistaltik funktioniert noch nicht im vollen Umfang und die intestinale Durchblutung nimmt altersab hängig zu. Die niedrige postnatale Expression von Effluxtransportern im Gastrointestinaltrakt und an der Blut-Hirn-Schranke bedingt beim Jungtier eine erhöhte orale Resorption sowie eine erhöhte Aufnahme in das Zentralnervensystem während der ersten Lebenswochen. Von besonderer Bedeutung ist auch die Entwicklung der Mikroflora im Darm, die insbesondere durch den Einsatz von Antibiotika nach oraler Gabe erheblich gestört wird. Qualitative Unterschiede in der Diät des Neugeborenen können ebenfalls dramatische Effekte auf die Resorption im Gastrointestinaltrakt haben. Die gleichzeitige Applikation von Antibiotika mit Milchaustauschern kann zu einer geringeren Bioverfügbarkeit und somit zu Wirkungsverlusten führen. Die orale Gabe von Tetracyclinen zusammen mit Milchaustauschern bedingt eine Chelatbildung mit Calcium in der Milch.

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