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Keine Angst vor Fencheltee
Author(s) -
Reinhard Saller
Publication year - 2016
Publication title -
schweizerische zeitschrift für ganzheitsmedizin / swiss journal of integrative medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 7
eISSN - 1663-7607
pISSN - 1015-0684
DOI - 10.1159/000442811
Subject(s) - psychology
Teezubereitungen aus Fenchelfrüchten (Foeniculi amari fructus, Foeniculi dulcis fructus) spielen seit dem Altertum in traditionellen und auch modernen Medizinsystemen (von China und Indien bis nach Europa) sowie in den verschie denen Volksmedizinen eine grosse therapeutische Rolle [1]. Gerade im letzten Jahrzehnt hat neben phytochemischen Untersuchungen diesbezüglich die Anzahl ethnomedizi nischer Studien erheblich zugenommen [1]. Der derzeitige Gebrauch umfasst unter anderem die innerliche Verwen dung bei stillenden Müttern (z.B. Förderung der Milch sekretion) sowie bei Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie bei Kindern und Erwachsenen), Durchfall bei Säuglingen, Magen und Darmkrämpfen, Husten und Bronchialkatarrh – ebenso zur Förderung der Menstruation und zur Linderung von Mens truationskrämpfen [1, 2]. Äusserlich wird Fencheltee bei ekzematösen Erkrankungen des äusseren Auges (Blepharitis, Konjunktivitis) sowie als Augenwasser bei müden Augen und funktionellen Sehstörungen angewendet, ausserdem als Spülungen bei Rachenentzündungen [1]. Eine besondere Stellung besitzt Fencheltee als Spasmoly tikum und Karminativum bei Säuglingen und Kleinkindern, da er neben seiner Wirksamkeit und hohen Akzeptanz als sehr gut verträglich gilt. Insgesamt zählt Fencheltee zu den am häufigsten verwendeten pflanzlichen Arznei, Heil und Hausmitteln bei Säuglingen und/oder Kleinkindern mit Bauchkrämpfen, Bauchschmerzen und Blähungen sowie bei Schwangeren und Stillenden [2, 3]. Darüber hinaus wird er gerne als Getränk bei Säuglingen und Kleinkindern mit e inem erhöhten Flüssigkeitsbedarf verabreicht. Fenchelfrüchte gehören zu den estragolhaltigen Drogen [2–4]. Nach einer aktuellen umfangreichen Untersuchung variieren die Estragolmengen stark – je nach Handelsware zwischen 0,15 und 13,3 mg/g Droge (Trockenmaterial). In Teezubereitungen liegen die Konzentrationen wesentlich niedriger, d.h. zwischen 0,4 und 133,4 μg/25 ml Tee (zube reitet aus 1 g fein geschnittener Droge), entsprechend einer Extraktionsrate zwischen <0,1 und 2,5% [4]. Diese Extrakti onsrate liegt mindestens um eine Zehnerpotenz niedriger als

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