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Die Schrott-Schwemme und fünf Gründe, warum wir nicht dazugehören
Author(s) -
Harald Walach
Publication year - 2015
Publication title -
complementary medicine research
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.238
H-Index - 38
eISSN - 2504-2106
pISSN - 2504-2092
DOI - 10.1159/000434665
Subject(s) - medicine
exotischen Charakter und wird schließlich mit dem Argument gelabelt, das Thema sei «für die Leser dieser Zeitschrift» nicht von Belang. Zum anderen gibt es Wissenschaftler, die zwar ordentlich gearbeitet, aber vielleicht Mühe haben, ihre Texte lesbar zu verfassen oder gar dramaturgisch zu inszenieren; kein Geld, einen Native Speaker zu bezahlen, der ihr schiefes Englisch geradebiegt; oder verzweifelt sind ob der Auflage, ihre Geschwätzigkeit von 12 000 Worten auf ein Drittel herunterzubrechen. Und ohnehin schafft es nur eine Handvoll Autoren in den Olymp der Journals, deren hoher Impact-Factor einen langen Schatten auf die Konkurrenz wirft. Was also tun? Open-Access ist hier nur scheinbar das Mittel zum Zweck. Seriöse und in ihrem Peer-Review strenge Zeitschriften werden von Stiftungen oder von Verlagen betrieben. ‘Public Library of Science – PloS’ ist so eine Stiftung, die eine Reihe von OpenAccess-Journals produziert. Auch die großen Zeitschriften wie Science, BMJ und viele andere produzieren mittlerweile OpenAccess-Varianten, die sich über eine ‘article processing fee’ finanzieren – einen Beitrag, den der Autor für die Publikation seines Beitrags aufwenden muss. Andererseits gibt es traditionelle Verlage wie Elsevier, Springer, Wiley-Blackwell und auch Karger, die eingereichte Arbeiten über ein traditionelles Peer-ReviewVerfahren prüfen, sie zusätzlich zur Printausgabe auch online zur Verfügung stellen und entweder gegen eine Gebühr (Author’s Choice) oder über ein Auswahlverfahren der Herausgeber (Editor’s Choice) freischalten – so auch in der Forschenden Komplementärmedizin. Es gibt weiterhin eine ganze Gruppe von Online-Journals in der medizinischen Welt (Biomed Central; BMC), die ausschließlich online publizieren und einen sehr guten, weil transparenten Peer-Review-Prozess haben. All diesen Journals ist gemein, dass sie wissenschaftlich sauber arbeiten, dem Prinzip der ergebnisoffenen und methodisch soliden Begutachtung verpflichtet sind und wissenschaftlich verlässliche Information publizieren. Auch heute enthielt mein E-Mail-Postfach eine Nachricht, die mich seit geraumer Zeit mit der Regelmäßigkeit eines Abonnements erreicht: ‘Dear Harald Walach, considering your expertise in this field, we hereby cordially invite you to submit your current research papers to Open Journal of Philosophy (OJPP, ISSN Online: 2163–9442), a peer-reviewed open-access journal’. So lautet die freundliche Einladung des Editors, der als Prof. Kuang-Ming Wu zeichnet und sich als Professor Emeritus der Wisconsin-Oshkosh University vorstellt. Mindestens 2 solcher Einladungen erhalte ich pro Tag, manchmal auch mehr. Oft sind auch Einladungen dabei, Bücher zu schreiben, herauszugeben, zu besprechen, ja ganze Journals herauszugeben, oder im Beirat solcher Journals mitzumachen. Was steckt dahinter? Oder genauer gesagt, wer? Mit welcher Motivation geschieht dies? Und für welchen Markt? Fangen wir von hinten an: Es gibt einen wachsenden Markt von Forschern, die ihre Arbeiten möglichst unkompliziert und mit möglichst großer Streuweite publizieren wollen, jedoch am PeerReview und/oder an der Editionspolitik von Open-Access-Journalen scheitern, die ihre Publikationspforten nur über eine ‘article processing fee’ öffnen. Viele Herausgeber solcher Open-AccessPublikationen geben aber keine wirklich wissenschaftlichen Arbeiten heraus, sondern bereichern sich an der Not und Unkenntnis der Verzweifelten. Da dies häufig auch Autoren aus Randgebieten sind, die im Mainstream Schwierigkeiten haben, gehört und publiziert zu werden, scheint mir dieses Thema auch für die Forschende Komplementärmedizin und ihre Leser von Bedeutung zu sein. Denn wer ungewöhnliche Themen bearbeitet, unerwartete Daten hat oder gar Meinungen oder Theorien folgt, die die Mehrheit als «unwissenschaftlich», «uninteressant» oder «irrelevant» bezeichnet, hat manchmal Probleme, seine Aufsätze zu publizieren. Selbst wenn eine Untersuchung als wissenschaftlich gut gemacht und einwandfrei bewertet wird, scheitert ihre Publikation oft an ihrem Published online: June 23, 2015

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