Rationale, Visionen und Grenzen der Immunonkologie: Checkpoint-Inhibition als neue Therapiesäule der Tumortherapie
Author(s) -
Axel Hauschild,
Peter Mohr
Publication year - 2015
Publication title -
oncology research and treatment
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.553
H-Index - 48
eISSN - 2296-5262
pISSN - 2296-5270
DOI - 10.1159/000381298
Subject(s) - medicine , gynecology
T-Zell-vermittelte Langzeitremissionen Bei dem therapeutischen Bestreben, das antitumorale Potenzial des adaptiven Immunsystems zu nutzen bzw. die tumorinduzierten Resistenzmechanismen gegen das Immunsystem zu uberwinden, stehen zytotoxische T-Lymphozyten schon langer im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses: Wie beispielweise im Rahmen einer allogenen Stammzelltransplantation und Donor-Lymphozyten-Infusionen zu beobachten war, konnten die antileukamischen Effekte dieser Therapieansatze auf die Reaktion von Tbzw. Naturlichen Killer (NK-)Zellen des Spenders gegen Tumorzellen des Empfangers im Sinne eines Graft-versus-Leukemia-Effekts zuruckgefuhrt werden [9]. Zudem wurden in Gewebeproben diverser Tumorentitaten auffallig haufig CD4+ und CD8+ T-Lymphozyten aufgefunden: In vitro waren diese autologen tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TILs) in der Lage, Tumorzellen zu lysieren [10]. Heute werden Verfahren evaluiert, autologe ex-vivo-expandierte TILs durch einen adaptiven Transfer therapeutisch nutzbar zu machen [10]. Weitere Evidenz dafur, dass autologe T-Zellen in der Lage sind, humane TAA zu erkennen und dass die Verstarkung ihrer Reaktivitat bei einem Teil der Patienten eine langanhaltende Tumorremission auslosen kann, lieferten die klinischen Studienergebnisse der letzten Jahre, die insbesondere mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren wie dem Anti-CTLA-4-Antikorper Ipilimumab sowie Anti-PD-1bzw. PD-L1-Antikorpern erzielt wurden [9, 11–14]. Die Entdeckung der Immun-Checkpoint-Inhibitoren hat sich bei der Entwicklung einer immunvermittelten, antitumoralen Behandlungsstrategie als wichtigste Therapieinnovation der letzten Jahre erwiesen [1]. Aus historischer Sicht hatte Paul Ehrlich schon Anfang des 20. Jahrhunderts die Vision, malignes Tumorwachstum uber das korpereigene Immunsystem aufzuhalten: Er war davon uberzeugt, dass sich das Prinzip einer aktiven Immunisierung in Analogie zur Impfung mit abgeschwachten Viren auch auf die Behandlung von Krebserkrankungen ubertragen liese [2]. In den spaten 1950er-Jahren entwickelten Lewis Thomas sowie Frank Macfarlane Burnet das Konzept der Tumor-Immunuberwachung (cancer immune surveillance), wonach das adaptive Immunsystem uber die Fahigkeiten verfugt, transformierte Zellen zu erkennen und zu eliminieren [3, 4].
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