Blick in die Zukunft pflanzlicher Arzneimittel
Author(s) -
Beat Meier,
Werner Knöß,
Andreas Wenng,
Reinhard Saller
Publication year - 2014
Publication title -
forschende komplementärmedizin / research in complementary medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-4127
pISSN - 1661-4119
DOI - 10.1159/000362395
Subject(s) - icon , citation , download , library science , subject (documents) , information retrieval , art , computer science , world wide web , programming language
Eine ärztlich orientierte Phytotherapie ist darauf angewiesen, dass genügend pflanzliche Arzneimittel in bester Qualität zur Abgabe an den Patienten zur Verfügung stehen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz steht seitens der Behörden die Infrastruktur für die Zulassung pflanzlicher Arzneimittel bereit, verbunden mit hohem sachlichem Know-how. Trotzdem ist ein deutlicher Trend zu beobachten: Zubereitungen aus Pflanzen mit therapeutischem Anspruch werden auch von renommierten Firmen in die Kosmetik oder zu den Nahrungsergänzungsmitteln ausgelagert sowie als Medizinprodukt gehandelt. Die regulatorischen Anforderungen sind deutlich geringer, Ideen können rascher umgesetzt und am Markt erprobt werden. Die Arbeit des Commitee on Herbal Medicinal Products (HMPC), das in den letzten Jahren 120 Monographien erarbeitet hat, wird demgegenüber nur zögerlich umgesetzt. Limitierend ist da die Dosisfrage, die in der Phytotherapie ungelöst bleibt. Es gibt nur einige wenige Beispiele, in denen mit Hilfe von Studien optimale Dosierungen von Extrakten ermittelt wurden [1, 2], doch insgesamt sind die Bandbreiten sehr groß. Es ist nicht gesagt, dass über die Aufarbeitung der Daten zum «traditional use» die optimale Dosis gefunden wird. Als Beispiel sei Vitex-agnus castus, L. genannt: Die in Deutschland während Jahrzehnten gültige Dosierung, empfohlen durch die Kommission E, erwies sich im klinischen Versuch, der nach Hinweisen aus der Praxis durchgeführt wurde, als zu gering [3]. Entsprechend sollten die Dosierungen, die in den HMPC-Monographien empfohlen werden, nicht in Stein gemeißelt bleiben und flexibel gehandhabt werden. Die große therapeutische Breite der meisten pflanzlichen Zubereitungen ließe ein solches Vorgehen problemlos zu. Der Bedarf nach pragmatischer Forschung ist in der Phytotherapie nach wie vor enorm. Die Organisatoren der Tagung «Phytotherapie 2014» hoffen, dass diese einen Stimulus für die Zukunft setzen kann.
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