«Il ne faut pas réinventer la roue!»–Sitzung der UNION mit Bundesrat Didier Burkhalter vom 18. Februar 2011
Author(s) -
Hansueli Albonico
Publication year - 2011
Publication title -
schweizerische zeitschrift für ganzheitsmedizin / swiss journal of integrative medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 7
eISSN - 1663-7607
pISSN - 1015-0684
DOI - 10.1159/000327386
Subject(s) - humanities , art
Bereits anfangs 2010 hatte die UNION Bundesrat Burkhalter um ein Treffen zur Erörterung der Besonderheiten der ärztlichen Komplementärmedizin gebeten. Dies war dazumal unter Hinweis auf das laufende Antragsverfahren abgelehnt worden. Die UNION-Fachgesellschaften hatten dann ihre neuen Anträge um Wiederaufnahme in die Grundversicherung eingereicht und entsprechend den Rückmeldungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ergänzt. Die Eidgenössische Leistungsund Grundsatzkommission (ELGK) empfahl nach zwei zusätzlichen Sitzungen am 7. Dezember die Ablehnung aller fünf Anträge und verwies dabei auf ungelöste Beurteilungsund Verfahrensfragen. So kam die Pressekonferenz von Bundesrat Burkhalter am 12. Januar 2011 überraschend: Der Gesundheitsminister beschloss entgegen der Kommissionsempfehlung die erneute Wiederaufnahme der ärztlichen Komplementärmedizin in die soziale Grundversicherung der Schweiz per 1. Januar 2012. Allerdings ist die Wiederaufnahme vorläufig bis Ende 2017 befristet und unter die Bedingung eines erneuten Nachweises der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) gestellt (vergleiche Pressemitteilung Eidgenössisches Departement des Innern (EDI) vom 12.01.2011). Die zur Konkretisierung des weiteren Vorgehens anberaumte Sitzung mit der UNION vom 18. Februar verlief vielversprechend. Teilnehmer waren Bundesrat Burkhalter mit seinem Stab, Direktor Pascal Strupler und Vizedirektor Andreas Faller vom BAG mit den Mitarbeitern Dr. Felix Gurtner und Dr. Sylvie Bailat sowie je zwei Vertreter der UNION und der fünf antragstellenden Fachgesellschaften. Der Gesundheitsminister leitete die ganze zweistündige Sitzung persönlich und sicherte auch seine weitere persönliche Mitarbeit zu; sein Führungsstil beeindruckte durch Kompetenz, Off enheit und Engagement. Burkhalter erinnerte daran, dass in der Schweiz die Verfassung über dem Gesetz und das Gesetz über den Kommissionen steht, konstatierte jedoch: «Nicht nur unsere Medizin, die ganze Schweiz hat eine Vertrauenskrise.» Diese gelte es in allen Bereichen zu überwinden. Burkhalters Bekenntnis zu Dialog und Vertrauensbildung vermochte zu überzeugen. Namens der UNION fasste der Präsident Hansueli Albonico deren Position nochmals zusammen: Die UNION hat sich stets zum WZW-Nachweis bekannt, in der Meinung, dass dieser grundsätzlich auch für die ärztliche Komplementärmedizin zu erbringen sei. Die UNION sei dankbar, dass Bundesrat Burkhalter dem Problem des adäquaten Wirksamkeitsnachweises die angemessene Aufmerksamkeit schenke. Medizin, auch die sog. Schulmedizin, sei nie reine Naturwissenschaft . Und Evidence-Based Medicine beschränke sich nicht auf randomisierte kontrollierte Studien. Die Doppelblindstudie sei nicht das geeignete Instrument zur Beurteilung ganzer Fachrichtungen; jede Art der Hausarztmedizin brauche praxisnahe Real-World-Forschungsdesigns. «Il ne faut pas réinventer la roue!» – Sitzung der UNION mit Bundesrat Didier Burkhalter vom 18. Februar 2011
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