z-logo
open-access-imgOpen Access
Chronische Entzündung: Immunblockade versus Immunmodulation. Kann die Zytokintherapie die Phytotherapie verdrängen?
Author(s) -
Margarethe Combé
Publication year - 2005
Publication title -
schweizerische zeitschrift für ganzheitsmedizin / swiss journal of integrative medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 7
eISSN - 1663-7607
pISSN - 1015-0684
DOI - 10.1159/000281903
Subject(s) - gynecology , medicine
O die Heilkräfte der Natur wäre die Menschheit wohl längst ausgestorben; so erstaunt es eigentlich nicht, dass bisher keine Pflanze für den Gebrauch des Menschen gefunden wurde, die nicht schon in der Urzeit bekannt war. Zivilisierte Kulture n haben die Anwendung von Naturvölkern und Ureinwohnern gelernt. In China und Indien waren Heilpflanzen 2’000 Jahre v. Chr. bekannt, und die Geschichte europäischer Heilpflanzen beginnt mit HIPPOKRATES im 5. JH. vor C h r. Während die Homöopathie mit der Verdünnung von Monosubstanzen arbeitet, welche auf den ganzen Organismus dynamisch einwirkt und zwar umso stärker, je freier und immaterieller sie geworden ist (Similia similibus curentur, HAHNEMANN 1755–1843), arbeitet die anthroposophische Medizin zwar auch mit Potenzierung und D y n a m i s i e rung, ergänzt sie aber d u rch Wärmeanwendungen, Rösten, Verkohlung und Veraschung; oder sie lässt ein Mineral oder Metall aufschliessen, indem die Pflanze mit dem Mittel gedüngt wird u.v.m. In der Phytotherapie berühren sich n a t u rwissenschaftliche Begründung und Erfahrungen der rationalen Medizin mit der traditionellen Erfahrungsheilkunde. Ursprünglich erfolgte in der Volksmedizin die Wahl der Heilpflanze auf spekulativem Wege, vielleicht in einer magischen Gedankenwelt, die allen Völkern zu allen Zeiten eigen war. Heute muss der Wirksamkeitsnachweis wie bei synthetischen Medikamenten erbracht werden mit dem Bestreben, die alten Überlieferungen mit modernen Mitteln zu überprüfen und entweder zu bestätigen oder von Überaltertem zu befreien. Die Phytotherapie der Tibetischen Medizin bedient sich als Besonderheit pflanzlicher Vi e l s t o ffgemische, die, niedrig dosiert, eine synerg i s t i s c h e , antagonistische und ergänzende Wirkung entfalten. Die Tibetische Medizin ging im 7. JH aus einer Synthese der wichtigsten traditionellen Medizinsysteme Asiens hervor: dem indischen Ayurveda, der traditionellen chinesischen Medizin, der islamischen Unani Medizin, die ihren Ursprung in der griechisch-römischen Antike hat, und der lokalen schamanistischen BönTradition. Die Rezeptursammlung der Tibetischen Heilkunst hat bis heute u n v e r ä n d e rte Gültigkeit. Aus dieser Sammlung stammt PADMA 28, die 28. Rezeptur. In vielen bisher durc h g e f ü h rt e n Studien konnte der Wi r k s a m k e i t s n a c hweis erbracht werden, dass PADMA 28 einen positiven Einfluss auf Entzündungen und immunologische Prozesse hat: ■ Eine wässrige Lösung dieses Präparats konnte die Chemotaxis von Monozyten vermindern. ■ Ein antioxidatives Potential (Hemmung des „oxidative burst“, Hemmung der Lipidperoxidation) konnte ebenso nachgewiesen werden wie die Hemmung der Proteasen-Aktivität und der iNOS in Makrophagen. ■ Antimikrobielle Eigenschaften gegen gram-positive Erreger und den gram-negativen Keim Klebsiella pneumoniae waren bei äusserer Anwendung vergleichbar wirksam wie 5 andere europäische Pflanzenextrakte, die bei Hautinfektionen erfolgreich eingesetzt werden. ■ Bei Patienten mit chronischer claudicatio intermittens wurde sowohl die Hemmung der ROS in Monozyten als auch eine verbesserte Fibrinolyse nachgewiesen. ■ In neueren Studien konnte in Tierversuchen bei NOD (non-obese diabetic) Mäusen die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 1 verhindert werden. ■ Bei SJL (Swiss Jim Lambert) Mäusen mit einer Autoimmunkrankheit wurde durch PADMA 28 die Entwicklung einer allergischen Enzephalomyelitis verzögert.

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom