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Einfluss von Medikamenten auf die Ergebnisse von Steroidhormonbestimmungen
Author(s) -
C. Lauritzen
Publication year - 1968
Publication title -
gyn�kologisch-geburtshilfliche rundschau
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1423-0011
pISSN - 1018-8843
DOI - 10.1159/000267460
Subject(s) - medicine , gynecology
Es ist bekannt, dass reduzierende Substanzen wie Glukose die Oestrogen-bestimmung stören und die Ausscheidungswerte von 17-Ketogenen Steroi-den [Norymberski] durch Beeinflussung der Bismutatoxydation senken [1]. Meprobamat steigert dagegen die Ausscheidungswerte der 17Ketoge-nen und der 17-Ketosteroide [2]. Es konnte auch gezeigt werden [3], dass die Ausscheidung der 17-Ketosteroide und besonders der 17-Ketogenen Steroide bei Patientinnen erhöht erscheint, die Penizillin-G erhalten. Dagegen wurden die Ausscheidungswerte von 17Hydroxykortikoiden und Kortison nicht beeinflusst. Durch in vitro Studien wurde klargestellt, dass das Penizillin-G selbst 17-ketogen ist [3]. Bereits früher konnte nachgewie-sen werden, dass Penizillin offenbar oestrogene Nebenwirkungen besitzt [4]. Für Barbiturate ist bekannt geworden, dass sie bestimmte hydroxylie17 Gynäk. Rdsch., Bd. 6, Nr. 4 (1968) 258 Lauritzen rende Enzyme beeinflussen, die auch am Stoffwechsel der Steroide (Oestrogene, Gestagene, Androgene und Kortikoide) in der Leber beteiligt sind [5]. Das Hydantoin, ein Antiepileptikum, kann das Auftreten von Hirsutismus bedingen, wahrscheinlich durch direkte Anregung der Andro-genproduktion. Eingehende Hormonbestimmungen fehlen hier noch. Bei Untersuchungen über die medikamentöse Antinidation fand man, dass Secale-Alkaloide (Ergocornin-Methansulfat) über eine Beeinflussung der Biosynthese von Progesteron im Corpus luteum die Ausscheidung von Pregnandiol im Harn senken kann. 17-Ketosteroide und 17Hydroxy-kortikoide werden dagegen erhöht [6]. Durch die Ausscheidungsprodukte synthetischer Kortikosteroide, ferner von Stilbenen und Ab₤ührmitteln, wie Cascara, werden infolge Interferenz mit der Kober-Farbreaktion im Harn-extrakt bei der Oestrogenbestimmung zu niedrige Werte vorgetäuscht, ebenso durch Meprobamat. Dagegen verursachen Phenolphthalein und Senna zu hohe Werte [7, 8]. Die Störung der Farbreaktion durch die oben-genannten Medikamente (ausser Senna und Stilbenen) lässt sich durch Erhitzen mit Alkali (sogenannte «Verseifung») beseitigen [8]. Diese Befundε unterstreichen die Wichtigkeit des Grundsatzes, Hor-monuntersuchungen nur in einem medikamεntenfreien Harn vorzunehmen. Andererseits eröffnen sie teilweise völlig neue Möglichkeiten zur Beeinflussung des Stoffwechsels und der Ausscheidung von Hormonen. Literatur Biskind, G. R.: In workshop on hormone (University of Chicago Press, Chicago 1959). Salvesen, S. and Nissen-Meyer, R.: Influence of meprobamate therapy on estimation of 17ketosteroids and 17-ketogenic steroids. J. clin. Endocrin. 17: 914 (1957).

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