Vinzenz Priessnitz (1799-1851) und die Abhärtung
Author(s) -
Jürgen Rohde
Publication year - 2010
Publication title -
schweizerische zeitschrift für ganzheitsmedizin / swiss journal of integrative medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.101
H-Index - 7
eISSN - 1663-7607
pISSN - 1015-0684
DOI - 10.1159/000267098
Subject(s) - die (integrated circuit) , materials science , nanotechnology
Bei der Besprechung der sog. AbhÄrtung im 19. Jahrhundert wird zumeist Pfarrer Sebastian Kneipp (1821–1897) als Erfinder genannt. Aber schon lange vor Kneipp hat Vinzenz Priessnitz (1799–1851) die AbhÄrtung als wichtiges Ziel seiner Behandlung in GrÄfenberg gesehen. Priessnitz hatte in der BlÜtezeit seiner Karriere, z.B. 1839, etwa 1700 Patienten und 120 Ärzte als GÄste oder Patienten aufgenommen. Wie aber hat Priessnitz die AbhÄrtung seiner Kurpatienten durchgefÜhrt? Als Literaturquellen bei dieser Fragestellung dienen das Vinzenz Priessnitz’sche Familien-Wasserbuch und Zeitzeugenberichte sowie Literatur aus der Nach-Priessnitz-Zeit. Priessnitz benutzte demzufolge die Kaltwasserbehandlung (wechselwarme Anwendungen, besonders die sog. Dusche), das Luftbad, die SonnenbÄder, das Barfussgehen und das Taufussbad, leichte Kleidung, Bewegung und Arbeiten, die niedrige Zimmertemperatur und krÄftige ErnÄhrung zur AbhÄrtung und KrÄftigung. Die Priessnitz-Therapie mit den sog. AbhÄrtungen der Kurpatienten wurde mit guten bis sehr guten Heilungsergebnissen durchgefÜhrt, erregte jedoch auch Kritik. Priessnitz‘ AbhÄrtungsmethoden, insbesondere die wechselwarmen und kalten Wasseranwendungen, die Luft- und SonnenbÄder und die sportliche BetÄtigung, haben sich in der neueren Literatur als wirksam erwiesen. Dabei spielen Durchblutungsregulationen, immunologische Mechanismen, Stabilisierung des vegetativen Nervensystems und biochemische Beeinflussungen eine entscheidende Rolle.
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