Buchbesprechungen · Book Reviews
Author(s) -
Wolfgang Hiller
Publication year - 2009
Publication title -
verhaltenstherapie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.219
H-Index - 23
eISSN - 1423-0402
pISSN - 1016-6262
DOI - 10.1159/000236052
Subject(s) - psychology , psychoanalysis
«Massive und andauernde Krankheitsängste sind eine ernstzunehmende psychische Störung, die mit großem persönlichen Leid und psychosozialen Beeinträchtigungen einhergehen kann. (...) Von Ärzten und Psychotherapeuten wird dieses Klientel zum Teil als schwierig empfunden – umso wichtiger ist die fachkundige, auf die Patientengruppe abgestimmte psychotherapeutische Behandlung» (Zitat Umschlagtext). Dennoch fehlte bislang ein speziell für die Therapie von Hypochondrie und Krankheitsängsten konzipiertes Behandlungsmanual. Das vorliegende Buch schafft Abhilfe, indem es in sehr ausführlicher und lesbarer Form effektive, störungsspezifische Behandlungsstrategien vorstellt, die auf dem aktuellen internationalen Forschungsstand basieren. Zielgruppe sind in erster Linie klinisch tätige Psychotherapeuten. Aufgrund der sehr konkreten Anleitungen und Beispiele ist das Buch auch für Therapeuten in Ausbildung gut geeignet. Kapitel 1 gibt einen umfassenden Überblick über die Grundlagen. Illustriert von vielen Fallbeispielen wird das Störungsbild der Hypochondrie beschrieben und differentialdiagnostisch von anderen Störungsbildern mit teilweise ähnlichen Merkmalen abgegrenzt. Die Autoren empfehlen, vor allem im Umgang mit Patienten statt von «Hypochondrie» besser von «Krankheitsangst» zu sprechen und diese als Kontinuum zu betrachten. Diagnostik, Epidemiologie und kognitiv-behaviorale Erklärungsansätze werden komprimiert, aber doch ausreichend ausführlich dargestellt. Dieses erste Kapitel ist gut geeignet, um sich einen fundierten Überblick zu verschaffen, und eignet sich auch für andere Berufsgruppen, die mit krankheitsängstlichen Personen zu tun haben, z.B. niedergelassene Ärzte. Kapitel 2 beschreibt die bislang vorliegenden kognitiv-behavioralen Therapieansätze. Im Hauptteil des Buches, den Kapitel 3 und 4 bilden, stellen die Autoren ein Behandlungskonzept vor, das als Kombination von Einzelund Gruppentherapie entwickelt wurde. Da niedergelassene Psychotherapeuten überwiegend einzeltherapeutisch arbeiten, wird in Kapitel 3 eine Version des Manuals vorgestellt, die für Einzeltherapie adaptiert wurde. In Kapitel 4 findet sich das Manual in der kombinierten Form. Zentrale Behandlungselemente wie Psychoedukation, Aufmerksamkeitsumlenkung, kognitive Umstrukturierung, Exposition und Abbau von Vermeidungsverhalten werden sehr ausführlich dargestellt. Dabei werden vor allem die Besonderheiten sehr genau beschrieben, die diese kognitiv-behavioralen Verfahren bei dem beschriebenen Störungsbild mit sich bringen. Weniger zentrale Interventionen wie Stressbewältigungsstrategien und Entspannungsverfahren werden ergänzend aufgeführt. Abgerundet wird das Therapiemanual durch Kapitel 5, das Komplikationen und häufige Fragen behandelt, sowie den Anhang, in dem insgesamt 26 prägnante und übersichtliche Arbeitsblätter abgedruckt sind, die als Kopiervorlage für die Arbeit mit Patienten verwendet werden können. Kapitel 6 stellt abschließend die Evaluation des Programms dar. Die Unterteilung des Therapiemanuals in zwei Versionen (für Einzeltherapie und für die Kombination von Gruppenund Einzeltherapie) bringt mit sich, dass vor allem im 4. Kapitel auf viele Therapiebausteine aus Kapitel 3 verwiesen wird. Leider sind diese Verweise nicht immer auf Anhieb auffindbar. Eine konsistentere Nummerierung und durchgängig einheitliche Bezeichnungen der Therapieelemente hätten die Orientierung erleichtert. Die größte Stärke des Buches liegt in seiner Praxisorientiertheit. Der Kliniker findet in übersichtlicher Form alle wesentlichen Informationen zum Störungsbild sowie einen wahren Schatz an Interventionen inklusive Formulierungshilfen, beispielhaften Dialogen, Übungsanleitungen und Arbeitsblättern. Der didaktische Aufbau ist sehr gut, so dass der Leser den Bezug von Störungsmodell, Therapierational und Intervention jederzeit nachvollziehen kann. Insgesamt ist dieses Therapiemanual ein sehr gelungenes Buch, das ich jedem Kliniker uneingeschränkt empfehlen kann. Anja Gottschalk, Prien am Chiemsee
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