Mammographiescreening Hildesheim-Göttingen-Hameln
Author(s) -
Christoph Uleer,
Katrin Samse,
Norbert Uleer
Publication year - 2009
Publication title -
breast care
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.767
H-Index - 30
eISSN - 1661-3805
pISSN - 1661-3791
DOI - 10.1159/000197353
Subject(s) - medicine
Die Programmverantwortlichen Arzte (PVA) des Mammographiescreenings Hildesheim-Gottingen-Hameln mochten eingangs einen personlichen Ruckblick auf die Geschichte der Brustdiagnostik der letzten Jahrzehnte geben. Ende der 1970er Jahre befand sich die Mammographie noch in den Kinderschuhen. Die ersten Gerate mit einer Drehanode wurden entwickelt und begrundeten die Epoche der modernen Bildgebung zur Fruherkennung des Mammakarzinoms, als immer noch die Devise galt «Jeder Knoten muss raus!» Der Weg zu einem einheitlichen und qualitatsgesicherten Mammographiescreeningprogramm vollzog sich langsam. Er war nicht nur gepragt von technischen Verbesserungen der Rontgenuntersuchung der Brust, sondern auch von der Entwicklung der Sonographie und der Kernspintomographie und deren Implementierung in die moderne Brustdiagnostik. Der Weg fuhrte auch uber Irrwege (z.B. Thermographie) und schlieslich zur modernen Mammographie als anerkannte Standarduntersuchung. Wahrend grose qualitatsgesicherte Screeningprojekte z.B. in Skandinavien und den Niederlanden bereits in den 1980er Jahren als regionale und nationale Fruherkennungsmasnahmen aufgelegt wurden, mundete die Entwicklung in Deutschland vorerst im «grauen Screening». Die Mammographie war somit offiziell nur Frauen mit belasteter Familienanamnese bzw. mit klinisch suspektem Befund zuganglich. De facto jedoch erfolgte haufig die Untersuchung auf Zuweisung mit Scheinindikationen (z.B. Mastodynie, fibrozystische Mastopathie) oder als Wahlleistung mit Kostenubernahme durch die Frauen selbst. In den 1990er Jahren war die Mammographie in Deutschland dadurch auch ohne ein strukturiertes Fruherkennungsprogramm relativ weit verbreitet, was die Bezeichnung graues Screening erklart. Allerdings wurden die Mammogramme in sehr unterschiedlicher Qualitat erstellt und befundet. Eine echte Doppelbefundung gab es nicht. Die Mammographie war zudem in der Regel eine isolierte Masnahme ohne definierte Einbindung anderer Untersuchungsverfahren. Ferner fehlte die im Mammographiescreening vorgeschriebene minimalinvasive Abklarung auffalliger Befunde durch Stanzbiopsie bzw. stereotaktische Vakuumbiopsie. Zur histologischen Abklarung wurden bis vor wenigen Jahren offene Probenexzisionen in Vollnarkose favorisiert, die wiederum hohe Kosten durch stationare Behandlungen und eine Beeintrachtigung der Kosmetik der Brust verursachten. Ferner ist kritisch anzumerken, dass durch die offene Probenexzision die Architektur des Brustparenchyms zerstort und die Befundung von Folgemammographien erschwert wird. Im Jahre 2002 beschloss der Bundestag parteiubergreifend einstimmig die Einfuhrung des Mammographiescreenings. Wir erlebten mit Freude den erfolgreichen Abschluss der Screening-Pilotprojekte in Deutschland und nahmen mit der Ubernahme der Mammographiescreening-Einheit Hildesheim-Gottingen-Hameln die Herausforderung an, uns als PVA schwerpunktmasig der Brustdiagnostik zu widmen.
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