z-logo
open-access-imgOpen Access
Mechatronik und Telematik in der Viszeralchirurgie
Author(s) -
Hubertus Feußner,
Peter M. Schlag
Publication year - 2005
Publication title -
chirurgische gastroenterologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1421-9808
pISSN - 0177-9990
DOI - 10.1159/000089340
Subject(s) - philosophy
Mit den Begriffen «Mechatronik» und «Telematik» werden besonders zukunftstrachtige Technologien verbunden, die die wirtschaftliche Entwicklung in Zukunft stimulieren und bestimmen sollen. Eine genaue Beschreibung dessen, was sich hinter diesen Ausdrucken verbirgt, fallt wahrscheinlich schwerer, und erst recht die Ubertragung auf mogliche Anwendung in der Viszeralchirurgie. Sowohl Mechatronik als auch Telematik sind Kunstworte, die aus der Kombination zweier unterschiedlicher Begriffe hervorgegangen sind. Mechatronik entstand aus Mechanik und Elektronik und beschreibt Maschinen- bzw. Geratesysteme, deren Funktion nicht nur auf der mechanischen Funktion, sondern auch auf der Integration von elektronischen Losungsansatzen im weitesten Sinne beruht. Telematik wiederum ist ein Kunstwort aus Telekommunikation und Informatik. Telematik in der Medizin wird auch als Telemedizin oder «E-Health» bezeichnet. Entsprechend breit sind auch die Anwendungsfelder der Telematik in der Medizin. Sie reichen von der praoperativen Therapieplanung bis zur Telechirurgie oder der Simulation chirurgischer Eingriffe in der virtuellen Realitat. Die konkrete heutige Bedeutung dieser unterschiedlichen Aspekte von Mechatronik und Telematik in der Viszeralchirurgie ist noch sehr unterschiedlich. Telematikanwendungen haben bereits Einzug in den klinischen Alltag gehalten, wahrend mechatronische Hilfssysteme nach einer Phase der anfanglichen Uberschatzung bisher noch kaum praktische Bedeutung erlangen konnten. In den folgenden Artikeln soll eine aktuelle Bestandsaufnahme dieser HighTech-Anwendungen in der Viszeralchirurgie unternommen und gleichzeitig eine Abschatzung der kunftigen Entwicklungen gewagt werden. Dabei sind die thematischen Abgrenzungen Navigation, Bildgebung, Robotik, Telemedizin, Simulation sowie Mikround Nanosystemtechnik nur vordergrundig. Die Ubergange sind fliesend, und bei kaum einer klinischen Anwendung wird ein Themenbereich fur sich allein zum Einsatz kommen: Erst das Zusammenwirken der unterschiedlichen mechatronischen und telematischen Technologien ermoglicht weitere Fortschritte. Damit ist zwangslaufig die Frage «cui bono» verbunden. Was (und wem) nutzen diese fur sich genommen sicher eindrucksvollen technischen Raffinessen? Der Leser darf zu Recht fordern, dass bereits erreichte oder zumindest zu erwartende Nutzanwendungen in den folgenden Darstellungen ebenfalls aufgezeigt werden. Am ehesten ist dies heute schon fur die Telematik moglich, wobei hier exemplarisch die Themenbereiche Telemedizin, praoperative Bildgebung, Navigation und Simulation dargestellt werden. Im Beitrag von Wilhelm et al. [1] wird deutlich, dass unter anderem durch die Einfuhrung der neuen Gesundheitskarte in Verbindung mit dem neuen Heilberufsausweis in Kurze eine umfassende Vernetzung des Gesundheitswesens erreicht werden wird. Davon werden sicher alle Bereiche der Medizin profitieren, aber die Viszeralchirurgie mit ihrem hohen Anteil an onkologischen Patienten ganz im Besonderen. Telemedizin beschrankt sich aber nicht nur auf die pra- bzw. postoperative Phase. Auch wahrend des eigentlichen Eingriffs kann der Operateur von den Moglichkeiten der Online-Telekonsultation bzw. der Teleprasenz profitieren, in dem er bei Bedarf auch externe Kompetenz sozusagen in den OP holt. Ahnlich uberzeugende Optionen bietet die praoperative Planungsbildgebung, insbesondere in der Leberchirurgie. Erste Daten deuten darauf hin, dass besonders bei komplexeren Resektionsfallen (z. B. erweiterte Hemihepatektomie rechts oder bei zentralen Lebertumoren) die von Lamade et al. [2] beschriebene Bildgebung eine entscheidende Hilfestellung bei der Therapieplanung geben kann. Es ist zu erwarten, dass diese Moglichkeiten auch bald fur die Chirurgie anderer parenchymatoser Organe (z. B. Pankreas) eroffnet werden. Auch die Navigation wird kunftig fur die Viszeralchirurgie an Bedeutung gewinnen. Die wissenschaftliche Methodik, zuverlassig zu bestimmen, wo man sich befindet und wie die raumliche Beziehung zu anderen relevanten Objekten ist, stammt ursprunglich aus der Seefahrt. In der Chirurgie und insbesondere der Viszeralchirurgie war die Kunst der Navigation solange kein Gegenstand des Interesses, wie man uber einen grosen Zugang die Anatomie rasch und ubersichtlich freilegen konnte: Das Wissen uber die Anatomie zusammen mit dem Einblick in den Situs und der Tastsinn reichten aus, um dorthin zu gelangen, wo eingegriffen werden musste. Seit

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom