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Congress Report · Kongressbericht
Author(s) -
W Stangel
Publication year - 2005
Publication title -
transfusion medicine and hemotherapy
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.971
H-Index - 39
eISSN - 1660-3818
pISSN - 1660-3796
DOI - 10.1159/000089151
Subject(s) - medicine , intensive care medicine
Am 11. und 12. Februar 2005 fanden in Marburg unter der fachlichen Leitung von Herrn Prof. Dr. V. Kretschmer, Institut für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie am Universitätsklinikum Marburg, die 4. Marburger Transfusionsgespräche statt. Die Veranstaltung hat eine langjährige Tradition, die ersten Transfusionsgespräche wurden bereits 1966 von Prof. Dr. H. Zöckler als «Bremer Transfusionsgespräche» initiiert und fanden bis 1983 insgesamt zehnmal statt. Nach mehrjähriger Pause wurde dann ab 1989 der Gedanke eines regelmäßigen Erfahrungsaustauschs in der Transfusionsmedizin in Form der «Transfusionsmedizinischen Gespräche Hannover» als jährliche Veranstaltung erneut aufgegriffen und bis 1998 dort fortgeführt. Von 1999 bis 2001 wurden die Gespräche in Kassel veranstaltet, seit 2002 finden sie unter der Organisation von Prof. Dr. V. Kretschmer in Marburg statt. Das Ziel dieser Veranstaltungen besteht im gegenseitigen Erfahrungsaustausch von Transfusionsmedizinern und Klinikern, die insbesondere als Transfusionsverantwortliche und Transfusionsbeauftragte gemäß Transfusionsgesetz in klinischen Einrichtungen tätig sind und sich in den letzten Jahren in der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft für klinische Hämotherapie zusammengeschlossen haben (www.iakh.de). Auch dieses Jahr stand der gegenseitige Erfahrungsaustausch von Transfusionsmedizinern und Klinikern im Vordergrund der Veranstaltung. Zirka 180 Teilnehmer, davon die Mehrzahl Kliniker, ließen sich über neue rechtliche Vorgaben und fachliche Entwicklungen informieren und diskutierten engagiert deren Umsetzung in der Klinik. Die Veranstaltung wurde von einem Vertreter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (Dr. R. Kasper, Düsseldorf) eingeleitet. Er stellte sehr deutlich heraus, welche Erwartungen der Landesregierungen an die Ärzteschaft und die Anwender von Blutprodukten mit dem aktuell novellierten Transfusionsgesetz verknüpft sind. Aufgrund des unterschiedlichen Verbrauchs von Blutprodukten in den verschiedenen Ländern der EU sei davon auszugehen, dass in Deutschland die Indikation zur Bluttransfusion viel zu großzügig gestellt wird, was durch die Notwendigkeit, die Indikation zur Bluttransfusion jeweils in den Krankenakten schriftlich begründen zu müssen, eingedämmt werden soll. Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung bestand daher auch in der Überwachung der Anwendung von Blutprodukten durch die Ärzteschaft. Zwei Beiträge von Vertretern der Berliner Landesärztekammer (Dr. E. Gossrau, Dr. P. Rogge, Berlin) sowie ein Vertreter der Landesärztekammer Lippe-Nordrhein-Westfalen (Dr. K.-H. Müller, Detmold) stellten unterschiedliche Konzepte für die Überwachung durch die Landesärztekammern dar, die aber insbesondere durch den Vertreter der Landesärztekammer Hessen (Dr. R. Kaiser, Frankfurt/M.) sehr kritisch in Frage gestellt wurden, weil sie einen überzogenen administrativen und ökonomischen Aufwand mit sich bringen und den Überwachungscharakter zu stark in den Vordergrund stellen. Anschließend zeigten die Erfahrungen eines Qualitätsbeauftragten eines Universitätsklinikums (Dr. M. Schipplick, Mannheim), dass das umfangreiche Qualitätsmanagement nur in sehr begrenztem Maße zu positiven Veränderungen geführt hat. Es herrschte Übereinstimmung unter den Teilnehmern, dass eine Qualitätsverbesserung weniger durch formale Dienstanweisungen als durch bessere Ausbildung der Ärzte auf diesem Gebiet zu erreichen ist. Mit Erstaunen nahmen die Teilnehmer die positiven Erfahrungen einer Kollegin auf (Dr. A. Younis, Ratingen), die als externe Qualitätsbeauftragte eine Vielzahl von Kliniken berät. Dieses Modell wird vor allem kleineren Häusern empfohlen, die sich keinen eigenen transfusionsmedizinischen Qualitätsbeauftragten leisten können. In gleicher Weise können hämotherapeutische Arbeitskreise, in denen verschiedene Krankenhäuser unter der Federführung eines Transfusionsmediziners Erfahrungsaustausch betreiben, für einen besseren Informationsfluss sorgen (Dr. W. Hitzler, Mainz). Wichtig ist, dass die Kliniker die anstehenden Probleme bei Congress Report · Kongressbericht

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