Glossar
Author(s) -
LibreOffice Handbücher,
Erhardt Balthasar,
Stefan Haas,
Michael Niedermair,
Christian Kühl,
Florian Reisinger,
Jochen Schiffers,
Klaus-Jürgen Weghorn
Publication year - 1999
Publication title -
complementary medicine research
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.238
H-Index - 38
eISSN - 2504-2106
pISSN - 2504-2092
DOI - 10.1159/000057157
Subject(s) - traditional medicine , medicine
2-Arachidonylglycerol ist ein endogener Ligand des CannabinoidRezeptors, der erstmals 1995 beschrieben wurde. Die Halbwertszeit der bisher bekannten endogenen Cannabinoid-Rezeptoragonisten bewegt sich im Bereich von Minuten, ist also wesentlich kuÈ rzer als die der pflanzlichen Cannabinoide (siehe auch: Anandamid). Anandamid (engl. anandamide) ist der Hauptvertreter einer Gruppe endogener Liganden von Cannabinoid-Rezeptoren, chemisch ein Amid der ArachidonsaÈure (auch: N-Arachidonylethanolamid, AEA). Anandamid, vom «ananda» (Sanskrit fuÈ r GluÈ ckseligkeit), wurde 1992 als erster Cannabinoid-Rezeptorligand beschrieben (siehe auch: 2-Arachidonylglycerol). Cannabidiol (siehe CBD). Cannabinoide sind die etwa 60 spezifischen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, die bisher nur in dieser gefunden wurden. Das pharmakologisch wichtigste Cannabinoid im Hanf ist das THC (D-Tetrahydrocannabinol), das zweitwichtigste CBD (Cannabidiol). Cannabinoid-Rezeptoren sind spezifische Bindungsstellen fuÈ r Cannabinoide auf KoÈ rperzellen. Es werden zwei Typen, der CB1und der CB2-Rezeptor, unterschieden. Da sie auch in wirbellosen Tieren (Blutegeln) gefunden wurden, ist das Cannabinoid-Rezeptorsystem ein phylogenetisch sehr altes Neurotransmitter-/Neuromodulatorsystem. Cannabis sativa L., kurz Cannabis, ist der lateinische Gattungsname fuÈ r die Hanfpflanze. Sie gehoÈ rt zur Ordnung der brennesselartigen GewaÈchse. Zusammen mit der Gattung Humulus (Hopfen) gehoÈ rt Cannabis zur Familie der Cannabidaceae (Cannabisartigen) (siehe auch: Hanf). CBD ist die AbkuÈ rzung fuÈ r Cannabidiol, das mengenmaÈssig wichtigste Cannabinoid im Faserhanf. Es wirkt den psychotropen Effekten des THC entgegen und entfaltet ebenfalls einige arzneilich nutzbare Effekte wie antiepileptische und antipsychotische Wirkungen. Delta-9-Tetrahydrocannabinol ist der pharmakologisch wichtigste Cannabisinhaltsstoff, kurz: THC oder Delta-9-THC. In der Pflanze liegt allein das (±)-trans-Isomer des D-THC vor, das (±)-D-transTetrahydrocannabinol. Es ist sowohl fuÈ r den charakteristischen Cannabisrausch verantwortlich als auch im wesentlichen fuÈ r die arzneilichen Effekte. Nach einem anderen Numerierungssystem wird D-THC auch als D-THC bezeichnet, ein Numerierungssystem, das sich allerdings fuÈ r die Cannabinoide nicht durchgesetzt hat und sich vor allem in einigen aÈlteren Publikationen findet (siehe auch: Dronabinol). Dronabinol ist ein anderer Name fuÈ r das natuÈ rlich in der Hanfpflanze vorkommende D-THC, der meistens im therapeutischen Kontext verwendet wird. Seit Februar 1998 darf Dronabinol in Deutschland auf einem BetaÈubungsmittelrezept verschrieben werden. Bisher ist auf dem deutschen Markt kein Dronabinol-PraÈparat zugelassen (siehe auch: Marinol). Endocannabinoide ist eine Bezeichnung fuÈ r endogene Liganden der Cannabinoid-Rezeptoren. Da sie eine voÈ llig andere chemische Struktur als die pflanzlichen Cannabinoide aufweisen, hat sich dieser Begriff zunaÈchst nur langsam durchgesetzt, ist jedoch in der wissenschaftlichen Diskussion seit ein bis zwei Jahren allgemein gebraÈuchlich (siehe auch: Anandamid, 2-Arachidonylglycerol). Hanf ist eine gruÈ ne, im allgemeinen einjaÈhrige Pflanze (lateinisch: Cannabis sativa L.). Es gibt weibliche und maÈnnliche Pflanzen sowie selten Zwitter. Die weiblichen Pflanzen weisen einen hoÈ heren Faserund THC-Gehalt auf als maÈnnliche. THC-arme Hanfsorten werden gelegentlich Faserhanf genannt und duÈ rfen in etwa 30 LaÈndern der Erde, darunter in Deutschland, angebaut werden. THCreiche Hanfsorten koÈ nnen Drogenhanf genannt werden. Aus ihm wird Marihuana und Haschisch gewonnen. Haschisch wird das von entsprechenden DruÈ sen abgegebene Harz der Hanfpflanze genannt (= Cannabisharz). Es ist besonders reich an THC mit Konzentrationen von 5 bis 30%. Vor allem in heissen Gegenden der Erde bilden die Pflanzen viel Harz, so dass Haschisch leicht gewonnen werden kann. Marihuana sind getrocknete BluÈ ten und BlaÈtter des Drogenhanfes (= Cannabiskraut). Da weibliche Hanfpflanzen wesentlich THC-reicher sind als die maÈnnlichen, werden oft nur die weiblichen Pflanzen zur Gewinnung von Marihuana (THC-Konzentrationen von 2 bis 15%) verwendet. Die BluÈ ten sind THC-reicher als die BlaÈ tter. Marinol ist ein eingetragenes Warenzeichen von Unimed Pharmaceuticals, einer amerikanischen Tochterfirma von Boehringer Ingelheim, und wird von Roxane Laboratories Inc., Columbus, OH, vermarktet. Marinol enthaÈ lt synthetisch hergestelltes Dronabinol. Die arzneimittelrechtliche Zulassung von Marinol in den USA erfolgte 1985. Es darf von deutschen Apotheken aus den USA importiert werden. Am einfachsten wenden sich Apotheken an Importeure von Arzneimitteln, die eine entsprechende Importgenehmigung fuÈ r Marinol erhalten haben. Nabilon (engl. nabilone) ist ein 1972 von der Firma Eli Lilly entwickeltes THC-Derivat mit aÈhnlichem Wirkspektrum wie Dronabinol. Es wurde zuerst 1982 in Kanada als Medikament zugelassen. In Deutschland ist es seit 1983 auf einem BetaÈubungsmittelrezept verschreibungsfaÈhig, ein Antrag auf eine arzneimittelrechtliche Zulassung in Deutschland erfolgte jedoch nicht. Nabilon (Nabilone) kann wie Marinol aus dem Ausland importiert werden, vorzugsweise aus Grossbritannien. Auch oÈ sterreichische Ørzte koÈ nnen Nabilon verordnen. THC ist die AbkuÈ rzung fuÈ r Tetrahydrocannabinol, wobei meistens das in der Pflanze natuÈ rlich vorkommende Isomer des D-THC gemeint ist. Gelegentlich ist auch das D-THC mit aÈhnlichem Wirkspektrum gemeint, das ebenfalls bereits klinisch erprobt wurde.
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